Brücke muss bis Herbst fertig sein
Baupolitiker der Stadt befürworten Projekt bei Melchers Hütte / Nur Pallasch stimmt dagegen

Von unserem Redakteur
Bernhard Komesker

 

OSTERHOLZ-SCHARMBECK. Der Bau einer neuen Hamme-Brücke bei Melchers Hütte steht kurz vor der Ausschreibung. Der Bauausschuss der Kreisstadt, der bei dem Projekt federführend sein wird, machte dafür jetzt den Weg frei. Dass morgen der Verwaltungsausschuss der Empfehlung folgt, gilt als sicher. Abzüglich der 80-prozentigen EU- und Landesförderung werden Stadt, Landkreis und Worpswede voraussichtlich jeweils 53 000 Euro zu tragen haben.Die Stegbrücke soll Fußgängern und Radfahrern vorbehalten sein und gut 100 Meter oberhalb von Melchers Hütte errichtet werden. Auf Worpsweder Seite wird ein mehr als zwei Kilometer langer Weg angelegt, der sich mit zwei Metern Breite durch die Feuchtwiesen in Richtung Semkenfahrt schlängelt; in Waakhausen trifft er in Höhe der Worpheimer Straße auf die K 11. Die Brücke selbst bleibt dabei die Hauptsache. Sie wird gut 115 Meter lang sein und am höchsten Punkt in der Flussmitte gen Osten knicken. Dies sowie die langgezogenen Rampen, erklärte Stadtbaurat Jörg Fanelli-Falcke, mit dem schwierigen Untergrund, den Auflagepunkten auf dem Deich und dem Schutz von Schilf-Biotopen an den Hamme-Ufern. "Damit haben wir ein für den Standort optimiertes Bauwerk", sagte Fanelli-Falcke: "Eine schlanke Stahlkonstruktion als Unterbau mit Holzgeländer und Holzbeplankung."Von Melchers Hütte aus betrachtet, wo es eine Anbindung an den Ahrensfelder Damm gibt, steigt die Rampe mit durchschnischnittlich 6,5 Prozent Steigung gen Flussmitte an. Dort verbeitert sich die Brücke zu einer 3,20 Meter breiten Aussichtsplattform - knapp 4,50 Meter über der Wasseroberfläche. Unten bleibt auf einer Breite von 8,50 Metern Platz für das Ausflugsschiff "Hanseat" und die Pontons des Wasser- und Bodenverbands. Zum Worpsweder Ufer hin beträgt das Gefälle dann bis zu zehn Prozent.Osterholz-Scharmbeck will nun schnellstmöglich eine Vereinbarung zur Drittelung des Baukosten-Anteils und der Instandhaltung mit Worpswede und dem Landkreis abschließen. Nach Angaben des Stadtbaurats drängt die Zeit: Laut Förderzusage aus Hannover, von wo aus auch die Brüsseler Mittel kommen werden, muss das Projekt bis zum 15. September 2006 fertig sein. "Dabei hätten wir noch im November nicht daran geglaubt, dass wir die Förderzusage erhalten", betonte Jörg Fanelli-FalckeBauausschussvorsitzender Klaus Sass (SPD) lobte Vorhaben und Verwaltung. Stadt und die Region würden touristisch profitieren und die Nutzer einen imposanten Ausblick in die Hammeniederung erhalten. Die lang ersehnte Rundwegeverbindung bringe Sass zufolge Freizeit, Erholung und Naturschutz unter einen Hut. Das i-Tüpfelchen wäre noch ein Fuß- und Radweg entlang der Hamme von Tietjens Hütte zu Melchers Hütte, meinte der Sozialdemokrat. "Ein ein Super-Fortschritt", pflichtete ihm Horst Rosenberg (CDU) bei. Einzig Wilfried Pallasch (Bürgerfraktion) stimmte mit Nein.