Liebe Freunde,

vor langer Zeit ist unsere letzte Schiffsmeldung abgesetzt worden, es war immer schönes Wetter, und da war einfach keine Zeit!!!. (J)  Eine einfache, simple Erklärung, oder?

 

Unsere nächsten besuchten Häfen:

Nach Lissabon  geht es weiter über: Sines, Lagos, Ankern vor Amacao de Pera, Vilamauro, Ankern vor La Culatra, Vila Real de San Antonio, Mazagon (nach Portugal wieder der erste Hafen in Spanien), Rota, Cadiz, Barbarte und jetzt La Linea/Gibraltar

 

Navigation:

Einen seglerischen, aber nicht so sehr navigatorischen Anspruch hatte die Passage der Straße von Gibraltar. Wir wollten Segeln und nicht Motoren und das bei einer einigermaßen Helligkeit (wg. der Fischertonnen mit und ohne Fähnchen) und das Ganze mit der Current und Tide. Die „Gezeitenrechnerei“ kennen wir ja, aber hier muss auch der Wind mit Richtung und Stärke besonders berücksichtigt werden, denn um Tarifa soll urplötzlich Nebel entstehen können und der Wind nimmt immer um bis zu 2 BFT zu. (Seglerlatein oder Wahrheit? Wir werden es erfahren!)

 

Auszüge aus dem Bord - Logbuch:

04.07.2014: Schraube von Brigitte an Deck gefunden! Mist, wo kommt die her? Langes Suchen, Aufwinschen in den Mast, Mitsegler gebeten auch prüfende Blicke schweifen zu lassen. Ergebnis: Nichts fehlendes gefunden! Von wo ist die? Wir werden mit Argusaugen aufpassen!

07.07.2014: Segeln vom feinsten! 86 NM Distanz, davon 82 NM unter Segeln und das in 12 Stunden. Wind im Schnitt  6 – 7 BFT. Salzwasserdusche am Ruder stehend. (ich sah aus wie in die Büx ge….)

17.07.2014: Neue Erfahrung: Ankern bei 34 KN Windgeschwindigkeit (Ende 7 BFT, Anfang 8 BFT)

Ansonsten sehr entspanntes Segeln an der Algarve und immer noch entspanntes Segeln bis Gibraltar, obwohl die Gibraltar Passage im Vorwege schon ein wenig Magendrücken bereitet hatte. Die Windvorhersage war 5 – 6 BFT und für Alboran (Anfang Mittelmeer) 7 BFT, als Gale Warnings  angesagt.

 

Gesamt zurückgelegte Meilen: 2082  davon 1336  unter Segeln

 

Auszüge aus Brigittes Bordtagebuch:

04.07.2014: Obwohl wir noch gern in Lissabon hätten bleiben wollen, legten wir ab. Lissabon hat uns ein wenig erschlagen! Eine fantastische, tolle Stadt! Wir konnten nicht mehr davon ab! Eigentlich sollte es nur eine kleine Strecke bis Sesimbra werden, aber wie schon so oft: Bester Wind, tolles Wetter, erträgliche Atlantik-Welle, also weiter bis Sines in 8 Stunden 69 NM bei 4 – 5 BFT.  Dort wurden wir vom Hafenmeister und Hubert von der Beatrice in Empfang genommen. Es gab viele freie Plätze und wir fragen uns was es hier heißt „Hochsaison“!

05/06.07. 2014: Sines ( Geburtsort von Vasco da Gama) unser letzter Hafen vor der Algarve und dem berühmten, gefürchteten Cabo de Sao Vicente.  Im Moment wenig Wind aus südlicher Richtung, was 80 NM motoren hieße, ab morgen soll‘s so viel Wind werden, dass die Kap - Passage schwierig werden könnte. Und das Wetter ist auch nicht doll: es regnet. Alois wurde von Hubert und Paul in den Masttop gezogen: Ort für verlorene Schraube suchen. Diese fand ich an Deck, muss irgendwo hin gehören. Wir fanden nichts und alle suchten gemeinsam! Dann Beratschlagen unter den deutschen Booten: wann nach Lagos um das Cap. Morgen Ansage 5 -6 Bft danach wieder viel weniger und das hieße motoren. Wollen wir eigentlich nicht! Merci und wir beschließen morgen abzulegen, Hubert von der Beatrice möchte aus Sicherheitsgründen nicht, seine Frau ist erst ab Lissabon an Bord.

07.07.2014:  Um 0600 Uhr abgelegt, aus dem Hafen motort, eine ordentliche Atlantikwelle erwartet uns (ca. 2 Mtr), Segel gesetzt und ab geht es! Im Laufe des Tages nimmt der Wind immer mehr zu und gerade am Cap angekommen haben wir satte 6 Bft mit Drückern von 7 – 8. Na ja, hinter dem Cap werden wir ja in die Abdeckung kommen, so dachten wir! Nichts da, jetzt  permanente 7 Bft. Vorsegel reingerollt und mit vollem Groß (Alois sagt: lockig gefahren) die letzten 12 NM nach Lagos. Alois brüllt: so‘ne Schei…, ich muss lachen, Alois von oben bis unten nass, eine richtige ordentliche Salzwassserdusche hat ihn erwischt. Macht nichts, die Sonne scheint und wir segeln mit knapp 9 Knt. durch das Wasser.

08/13.07.2014:  Hafentage in Lagos. Wir sind an der Algarve und es stellte sich schlagartig ein Hochgefühl von Urlaub ein. Klasse Hafen, belebt von vielen internationalen Seglern und Touristen. Wir lassen uns von einem Fischer (sein Nebenerwerb) an und durch die zerklüftete Küste fahren! Grotten, Strände, Felsen, EINZIGARTIG, atemberaubend. Am nächsten Tag wandern wir diese Strecke/ Küste von oben ab. Beatrice kommt und berichtet von einer nicht so schönen Fahrt. Welle und wenig Wind und es ging Sabine, seiner Frau nicht so gut! Wir bleiben eine ganze Woche  (nicht zuletzt wegen des Finals der WM) und sehen Fußball in einer Sportsbar (als einzige jubeln wir für Deutschland).

14.07.2014: wir ankern in einer großen Bucht vor Armacao de Pera, machen unsere mini Zora klar und fahren selbst an eine ähnlich zerklüftete Küste wie die von Lagos. Wir baden im erfrischenden Atlantik und genießen die sanfte Schaukelei, die wird in der Nacht allerdings mehr. Macht nichts, wir schlafen gut!

15.07.2014: Wir laufen in Vilamoura ein, parallel zur Beatrice, die aus Albufeira kommend motort, und denken, in einem anderen Film zu sein:  Alles ehr mondän, große und sehr große (Motor-) Boote (mit Personal zum Reinigen) rund um den Hafen Betonklötze, Bars, Restaurants.

17.06.2014: Wenig Wind und wegen der Tide geht es erst mittags bei uns weiter. 15 NM in 5 Stunden! Wir gehen zu einem Ankerplatz vor la Culatra. Bernd und Brenda von der Merci kommen mit ihrem Dinghi entgegen und begrüßen uns. Wir fahren unseren Anker bei 5 m Wassertiefe mit 30 Meter Ankerkette ein, trinken ein Bier und genießen das Umfeld. Ca. 50 Yachten ankern hier und es herrscht ein geschäftiges Treiben.

18./ 19.07.2014: Ankertage mit morgendlichem Bad, Sektfrühstück, mit dem Dinghi fahren wir an Land, kilometerlanger Strandspaziergang mit Eis essen, Verlaufen im Muschelfarmgebiet und Einsinken im Schlamm. Beim Bier im Strandcafé kommt zügig  Wind auf,  plötzlich werden die Sonnenschirme weggeräumt.  Wir zahlen und fahren mit dem Dinghi über weißes Wasser (diesmal lasse ich Alois fahren)und müssen traversierend in Zora,s Richtung fahren. Immer wieder Salzduschen über unsere mini Zora! Alle strömen zu ihren Booten, die ersten Anker brechen aus und ein hektisches Getriebe beginnt bei einigen! Es wird kalt und ein wenig unheimlich! Am Abend ist das gröbste vorbei (max 8 Bft hatten wir auf der Windanzeige) und wir gehen ruhig und entspannt in die Koje. Wir hatten zwischenzeitlich noch 10 m Kette gesteckt und es gab keinen slippenden Anker bei uns.

20.07.2014: Vila Real Santo Antonio, unser letzter portugiesischer Hafen mit einer kräftigen Barre vor der Einfahrt. Wir sind ziemlich früh dort und hätten eigentlich bei auflaufendem Wasser bei halber Tide einlaufen wollen. Wir sind aber im letzten Drittel des ablaufenden Wassers eingetroffen, mistige Welle, was tun? Ankern und abwarten oder reintasten? Ein wenig Abenteuer muss sein!

Reintasten, kurz vor der Barre einen auslaufenden Spanier angerufen, seine Info: go ahaed! Haben wir gemacht und hatten reichlich Wasser unter dem Kiel. Laut Seekarte 1,8 mtr. wir hatten dann knapp 3 mtr.  Knapp 2 Stunden später kommen auch Merci und Infinity, die beide vorsichtshalber geankert hatten vor der Einfahrt, und vermeldeten ebenfalls keine Probleme gehabt zu haben.

22.07.2014: Direkt In der Hafeneinfahrt von Mazagon treffen wir eine große Schaar von springenden Delfinen. Motorboote stoppen, Jetskis stellen ihre Motoren aus um sich das Schauspiel anzusehen.

23.07.2014: Wir sind wieder in Spanien und der K(r) ampf  mit der Pre Paid SIM Karte beginnt erneut. Nur Gruschtelläden, kein Orange Shop, keine Sim Karte, lediglich durch Missverständnis eine Telefonkarte! Leider zu spät bemerkt!

24./ 26.07.2014: 0800 Uhr ablegen nach Rota, es war so kalt, dass der Fleece wieder raus musste. Rota, eine kleine Perle: gepflegte Altstadt und moderne Neubauten, ein Urlaubsort für Spanier mit mehreren Stränden und mit mehr als 3200 Std. Sonne im Jahr. Immer eine kleine frische Atlantikbrise, Markthalle mit Frischfisch, großem Obst- und Gemüseangebot aus der Region. Wir kaufen zum erneuten mal frischen Thunfisch. Wir fühlen uns so wohl hier, dass wir noch etwas bleiben wollen. Und die neue gekaufte Sim Karte funktioniert sofort. Diesmal wurde sie im Shop direkt freigeschaltet. Alois freut sich wie ein Kleinkind! Rota ist ein klassischer Urlaubsort, während die Einwohnerzahl  ca. 26.000 beträgt, sind im Sommer 3 mal so viele Menschen hier, ein lebendiger Ort, sehr einladend, vor allem, wenn abends die vorderen Haustüren geöffnet werden, um Luft hereinzulassen. Dann kann man durchschauen in den 1., 2., und manchmal auch noch dritten Hinterhof. Das alles sonnendurchflutet, schön bepflanzt, idyllisch und nicht zu erahnen, wenn die Türen geschlossen sind.

27./30.07.2014: Lediglich 7 NM nach Cadiz, ein kurzer Schlag mit kreuzen und bester Laune, Cadiz reizt uns schon bei der Anreise durch seine Silhouette, eine alte  Stadt, ca. 3000 Jahre alt, (hier wurde auch die Verfassung für ganz Spanien verlesen), mit vielen Überbleibseln aus der Zeit der Mauren, Römer und Araber. Wir besichtigen alte Wehrmauern, ein Flamenco Studio und den botanischen Garten mit kunstvoll geschnittenen Bäumen und Büschen. Mammutbäume und „exotische“ Vögel nehmen  uns gefangen. Mit Merci haben wir einen schönen Weinabend. Sie wollen am nächsten Tag weiter, es kann sein, dass wir uns nun nicht wieder sehen auf dieser Reise. Wir treffen die Infinity wieder, die auf Weltumseglung sind und die wir schon wiederholt getroffen haben. Hier treffen wir auch ein Schweizer Boot, Gamper, das uns bekannt vorkommt. Nach einiger Überlegung wissen wir, dass wir uns im vorletzten Jahr in Stockholm getroffen haben.

31.07./01.08.2014: Gemeinsam mit Gamper und Infinity machen wir uns auf nach Barbarte. Der Hafentag dort wg. Ausruhen oder wg. Ortangucken? Wir wollen auf keinen Fall die nächsten/letzten Seemeilen im Atlantik motoren. Der Tag endet mit einer Grilleinladung von Infinity, lecker Essen und netten Gesprächen. Die Beiden gefallen uns in ihrer unaufgeregten Art. Sie wollen auch morgen weiter nach Gibraltar.

02.08.2014: Mal wieder wegen der Strömung und Tide im Dunkeln abgelegt. Gamper hatte sich deswegen ausgeklinkt (allerdings war ihnen auch zu viel Wind angesagt- der Spanische Wetterdienst hatte eine Gale Warnung ausgesprochen). Unsere letzte Etappe auf dem Atlantik beginnt ruhig mit 3 Bft und endet mit 5 -6 Bft, mit einer Spitzengeschwindigkeit über Grund (Current sei Dank) von 11 Knt. Die Fahrt durch die Straße von Gibraltar war sehr beeindruckend: plötzlich taucht die afrikanische Küste aus dem Dunst auf und wir fahren auf der relativ schmalen Straße zwischen 2 Kontinenten so hindurch, als könnten wir sie beide anfassen. Bei strahlendem Sonnenschein erreichen wir Gibraltar und unseren Hafen La Linea, direkt gegenüber „The Rock“, wie der Affenfelsen auch genannt wird. Wir haben unser Ziel für dieses Jahr, das Mittelmeer zu erreichen, geschafft. Ab jetzt soll es die „Kür“ werden. Hier warten wir auf Christoph und seine Freundin Rebecca.

03.07./ 1??.07.2014: Hafentage in La Linea, Spanien und der britischen Enklave Gibraltar. Die Merci ist noch hier und wir verabreden einen gemeinsamen Ausflug nach Marokko, nach Tanger, eine gute Entscheidung und ein tolles Erlebnis. Von Tarifa aus, wohin wir mit dem Taxi fahren, geht es mit der Schnellfähre rüber nach Afrika. Die Passkontrolle wird während der Überfahrt erledigt und dauert auch die gesamte Überfahrt, einige bekommen während dieser Zeit das Kot….. Dann sind wir in einer anderen Welt. Menschen (Frauen wie Männer) in farbenfrohen Kaftanen beherrschen das Straßenbild. Fremde Sprachen mischen sich mit deutschen Aufforderungen, etwas zu kaufen. Die geschäftstüchtigen, aber nicht übergriffigen Marokkaner sehen es den Menschen offenbar an, woher sie kommen und können sie in ihrer Landessprache anreden. Ein Gewusel Bazaren, viel Dreck und lebendes Getier in den Straßen, auch Armut und Elend. Wir waren am Ende des Tages  völlig erschossen, aber ebenso voll von neuen Eindrücken einer ganz anderen Kultur. Das war ein Tag in Afrika und macht richtig Lust auf mehr. Mal sehen, vielleicht auf dem Rückweg? Danach pendeln wir zwischen Spanien (La Linea) und England (Gibraltar) hin und her. Zu Fuß sind wir in 20 Minuten an der Grenze und die Passkontrolle ist im vorbeigehen erledigt. (Schönes Europa!?) Von der Infinity werden wir zu einem wunderbaren indischem Essen eingeladen (als „Wiedergutmachung“ für eine ordentliche Schramme , die sie uns beim nachbarschaftlichen Anlegen reingefahren hatten). Mit Hille und Torsten werden wir sicherlich weiterhin Kontakt halten! Am nächsten Morgen fahren auch sie weiter, und wir erkunden zu Fuß und mit dem Fahrrad Gibraltar und La Linea, ein bisschen am Atlantik, ein bisschen am Mittelmeer. Das Wetter ist heiß und neigt zur Nebelbildung. Gestern konnten wir „The Rock“ zeitweise gar nicht mehr sehen, saßen selbst im Cockpit bei Sonnenschein und einer kleinen erfrischenden Brise.

Am Dienstag oder Mittwoch segeln wir dann zu viert. Mit den „ Kindern“! Wir freuen uns schon! Und Alois besonders auf die (hoffentlich) Abwaschhilfe! Dann werden wir auch endlich unsere Freunde Marion und Kurt treffen, die in der Nähe von Garrucha leben und sich bereits äußerst engagiert für uns um ein Winterlager kümmern.

 

Bis zum nächsten Mal:

Eure,  (wie hat Brenda von der Merci gesagt)

 Bilder dazu!

Segelnden Rentner im Urlaub

Brigitte und Alois

 

Zora ………….ist unterwegs

Mobil:   +49151- 61333022

E-Mail: Zora-sy@t-online.de

Call Sign   DJ 7991

MMSI 211473740