Liebe Freunde,

es ist immer noch Sonne pur, fast kein Wind und wir in der Nähe vom schiefen Turm!

Unsere abgesegelten Stationen

waren nach Port Porquerolles:  Saint Tropez, Rade de Agay (vor Anker), Cannes, Anse de la Garoupe (vor Anker), Vauban-Antibes, Nice (Nizza), Monaco (stimmt wirklich!), Santo Stefano al Mare/degli Argai (vor Anker), Marina de Alassio, Finale Ligure, Genua, Portofino (vor Anker), Levanto (vor Anker), La Spezia, Viareggio, und jetzt Marina di Pisa und jeeeetzt Livorno

 

Aus dem Logbuch

25.7.15: lt. Tankanzeige sollten noch ca. 100 Liter im Tank sein, beim Tanken konnten wir dann 180Liter bunkern. Au wei, das hätte knapp werden können bei ca. 30 Litern Rest. Da stimmt etwas nicht und muss beobachtet werden

02.7.15: nach dem 3 Versuch den Anker einzufahren, hält er endlich, weil wir ein kleines Fleckchen Sand getroffen haben

03.7.15: Klasse Organisation In Antibes: 3x müssen wir unser Boot verlegen

11.7.15: Anruf von Genua Coast Gard, ob wir schwarzen Rauch an Bord hätten oder jemanden anderen sehen würden. Merkwürdig, es wurde auch nach unserem nächsten Ziel gefragt und wie stark unsere Crew wäre. (Brigitte meinte, sie hätten nach schwarzem Afghan gefragt)

12.7.15: verlassen den Hafen ohne zu bezahlen, auf anraten unserer Nachbarliegerin. Der Marinero war wohl völlig von der Rolle, hatte keine Ahnung von „kundenfreundlichem“ Verhalten und das Büro machte erst um 10.oo Uhr auf.

18.7.15: Im Naturschutzgebiet der Zone C in Küstennähe entlang der Cinque Terre

 

Aus Brigittes Bordtagebuch

25.- 26.06.15: „Da müsst ihr hin, auch wenn es teuer ist“, hatten uns andere Segler gesagt. Also nichts wie hin, (nach Saint Tropez)bei wenig Wind und sehr eng vorbei fahrenden/jagenden sehr großen Motorbooten, nein eher Schiffen. Alois bleibt ziemlich gelassen wenn die Segel schlagen und killen. Wir bekommen gleich einen Platz zugewiesen, nachdem wir über Funk angefragt haben. Wir machen einen 1. Rundgang und fallen fast vom Glauben ab, wie viele sehr große Boote hier rumliegen, mit Bediensteten für das Kochen, Servieren und Putzen, natürlich alles unter den Augen des vorbeiflanieren „Volkes“. Man lässt sich bestaunen!!! Der Ort ist sehr hübsch und Shops aller nur denkbaren Edelbutiken: Armani, Chanel, Dior etc. Und überall unterspritzte Lippen, Wangen, Brüste und abgesaugte Ärs… (Anmerkung Alois: Was ist die Natur doch schön!) Wir lernen drei junge Leute kennen, die auf so einem „Edeldampfer“ arbeiten und sind schon sehr erstaunt über die Dienstleistungen, die sie so erbringen müssen. Es ist eine völlig andere Welt für uns, zumal wir erfahren, dass diese Yachten für ca. 20.ooo€ am TAG verchartert werden.

27- 30.06.15: Wir sind geschafft vom JetSet und fahren zum Ankern in eine kleine Bucht, mit dem Dinghi zum Einkaufen, baden, lesen, baden wieder und kaufen neuen Wein und neues Bier, machen etwas Putz- und Flickstunde, schnorcheln ein wenig und Alois probiert seine Tauchausrüstung aus.

30-01. 07.15: Wollen wir da überhaupt hin? (Cannes) Wieder Trubel, laut und dreckig? Ja, doch wir wollen. Wir sind so nah und haben es nicht bereut. Gleich am Hafen Casino, Festivalhallen und der rote Teppich für die Sterne und Sternchen und überall sehr reiche Menschen mit Einkaufstaschen, prall gefüllt mit Waren von…siehe Saint Tropez. Länger als zwei Tage halten wir es nicht aus, obwohl: spannend ist es schon!!

04.- 08.07. 15: um uns „einen Vergleich machen zu können“ gehen wir auch in all die anderen Städte mit klangvollem Namen und dem großen Anteil von „aus der Form geratenen Menschen“ (siehe Saint Tropez). Jede dieser Städte hat es in sich und ein direkter Vergleich hat sich gelohnt. Wir haben gesehen, wie unterschiedlich mit Reichtum umgegangen wird. Mal protzig mal bescheiden (wenn das denn geht!)

08.-09.07. 15: Monaco durfte nicht fehlen. Wir melden uns über Funk an und bekommen einen klasse Liegeplatz im Hafen zwischen hohen Felsen, die des nachts illuminiert werden. Nach unseren Rundgängen sind wir stark beeindruckt von Kathedrale, Casino mit davor geparkten Fahrzeugen aller Edelmarken. Na ja, wir finden ja: ist alles genauso überflüssig wie ein Kropf.

10.07.2015: Wir haben genug von den Schönen und Reichen und lassen San Remo links liegen und finden in der nächsten Marina eine Waschmaschine. Es gibt also einen Arbeitstag.

11.07.2015: Eine wunderschöne Küste begleitet uns zum Hafen Alassio mit steil aufragenden Felswänden, fast direkt am Hafenbecken beginnend. Strandflächen soweit das Auge reicht, alle von Hotels und Restaurantbetrieben okkupiert. Man zahlt also Eintritt. Die Stadt hat nicht so viel zu bieten, außer einem „kleinen Wall“  mit kleinen kunstvoll gefertigte Fliesen. Diese weisen auf berühmte Besucher hin, z.B. Hemingway oder Sophia Loren.

12.07.2015: Endlich mal wieder eine komplette Strecke gesegelt. Sie war zwar kurz, aber immerhin. Ein Hafen, der eng und als voll beschrieben wird, mit einer Sandbank vor der Hafeneinfahrt. Wir melden uns über Funk an, es sind 4 Versuche. Nach einem gefühltem halben Jahr meldet sich der Marinero mit: „sprich Italienisch!“ Funkstille!!! Wir fahren tastenderweise durch die enge Einfahrt und werden von einer alten Seglerin an einen Platz an Ihrer Seite gelotst. Der wäre im Moment frei. Das Office ist geschlossen (Sonntag!) und wir gehen zum Marinero, der in seinem Büro ist. Der reißt die Tür auf und beschimpft uns. Wir verstehen nichts, ein uns begleitender Mann schüttelt den Kopf und wir trollen uns. Der kann uns mal!

13.-15.07.2015: Reise- und Hafentage in Genua. In der Einfahrt sehen wir in einem Dock ein völlig abgewracktes, riesiges Kreuzfahrtschiff an dem wie blöd gearbeitet wird. Es ist die Costa Concordia. Bei dem Anblick läuft es uns kalt den Rücken runter. Beim Einfahren in den Yachthafen ein völlig anderes, uns auch bekanntes Schiff: die Eos, ein Dreimaster, der bei Lürssen an der Weser gebaut wurde und  lange dort am Kai lag. Ein Hafen, wieder einmal mitten in der Stadt. Genua ist sehr widersprüchlich (unser Eindruck) voller Glanz und dreckig, breite Prachtstraßen und gleich nebenan engste, dunkle Gassen in die man eigentlich nicht gehen möchte. Tun wir aber doch!  Paläste ohne Ende (ca. 150 Stück) von denen 43 zum Weltkulturerbe erklärt worden sind. Wir toben 2 ½ Tage durch die lebendige Stadt und laufen uns die Füße wund und sind wieder mal völlig erschöpft. Die Temperaturen tun ein übriges, selten unter 30°.

16.- 18.07.2015: Wir benötigen mal Entspannung und segeln in Ankerbuchten. Zuerst Portofino: ein idyllischer alter Fischerort der recht angesagt ist bei den gleichen Menschen wie in Saint Tropez und den anderen genannten Städten. In den Hafen selbst wollen wir bei Kosten von deutlich über 100€ aber nicht gehen. Wir drehen eine Ehrenrunde um „gesehen zu werden“ und legen uns vor einem  Sandstrand vor Anker. In der Nacht wird es ziemlich schwellig und an Tiefschlaf ist nicht so richtig zu denken. Macht nichts, baden und sich erfrischen sind klasse. Dann sehen wir am nächsten Morgen doch tatsächlich einen Kreuzfahrer auf Reede liegen. Wir fassen es nicht! Später erfahren wir:  440 Einwohner und an manchen Tagen bis zu 2000 Menschen im Ort der zusammengerechnet ungefähr 4 Km Straßenlänge hat. Das passt doch alles nicht, zumal die Region auch noch Naturschutzgebiet ist und der Hafen nur durch ein enges, betonntes Fahrwasser angelaufen werden kann. Unsere nächste Bucht Levanto entschädigt uns mit klarem Wasser, freundlich vorbeifahrenden Italienern und vier weiteren Ankerliegern

18.- 20.7.15: Kein Wind und leider auch keine gute Sicht, dabei ist es eine wunderschöne Küste die mit Schutzzonen versehen ist. Es sind die berühmten Cinque Terre. Fünf Fischerorte, die wie kleine Schwalbennester an den Felshängen kleben. In La Spezia erhalten wir seit langem mal wieder einen Längsseitsliegeplatz. Nun gönnen wir uns eine geführte Schiffsreise zu den Cinque Terre und sind schwer begeistert. Treppauf, Treppab die Dörfer und die gut renovierten Häuser besichtigt. Alles noch voller heimischem Leben mit Korbflechtern, Köder herstellenden Fischern. Wir stellen uns vor, wie es gewesen sein muss, als diese Dörfer keine Verbindung zu anderen hatte. Diese Dörfer hatten eine komplette Selbstversorgung. Für uns heute nicht vorstellbar.

21.-22.07.2015: Wieder eine fantastische Küste. Die Apuanischen Alpen erstrecken sich hinter langen Sandstränden am Ufer. Hier wird der berühmte Carrara Marmor gewonnen, den sich auch Michelangelo von hier geholt hat für seine Werke, u.a. den David.

22.-24.7.2015: Über Viareggio gibt es nichts zu schreiben, außer, dass hier wohl Piraten zuhause sein müssen. Wir gehen in den neuen Hafen in der Arno Mündung: Marina di Pisa. Ganz neu gebaut, mit einem fantastischen Service und relativ preiswert. Die wollen sich ihre Kunden erarbeiten! Mit dem Bus gibt es eine schnelle Anbindung zur Stadtmitte. Für 2 € fahren wir in die City und bestaunen natürlich auch unter anderem den „Turm“. Am nächsten Tag haben wir Putz-und Flickstunden!!!!

25.07.2015: nun sind wir in Livorno, gemeinsam mit zwei Kreuzfahrern angekommen und werden bald nach Korsika segeln. Dort kommen Lore und Dirk an Bord und ich freu mich, nicht mehr allein auf die Kommandos reagieren zu müssen.

 

Bilder dazu!

Bis zum nächsten Mal:

Von irgend woher

Eure Crew von der Zora Brigitte und Alois

 

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