Liebe Freunde,

unsere Reise geht so langsam dem Ende zu und evtl. ist dieses die letzte Schiffsmeldung. Es ist ein wenig abhängig von der Situation auf unserem Winterlagerplatz und wieviel Zeit noch verbleibt.

 

Unsere abgesegelten Stationen

waren nach Livorno: die Insel Capreia, Bastia auf Korsika, von dort weiter mit Freunden Macinaggio vor Anker, Capreia, Marina Cala di Midici, Porto de Cecina, San Vincenco, auf Elba dann Marciana, Portoferaio, Porto Azzurro vor Anker, Marina di Campo vor Anker und unsere Freunde zurückgebracht nach Bastia auf Korsika, solo weiter zum Golfo di Procchio auf Elba vor Anker und jetzt in Marina di Salivoli in der Nähe von Piombino

Aus dem Logbuch

31.07.15: vor der Insel Capraia fest an besonderen Mooringtonnen, für uns zum ersten Mal mit vorderen UND achteren Mooringleinen. Das Anlegen klappt nur mit Unterstützung durch einen Marinero.

09.08.15: Lore und Dirk kommen in Bastia auf Korsika an Bord, um mit uns einige Zeit zu segeln. Wir gehen nach 20NM vor Anker Und müssen unser Ankerterritorium kräftig verteidigen.

15.08.15: Vorführeffekt: Radaranlage arbeitet nicht, als ich Dirk diese erklären und das Bild dazu zeigen will. (Verdammter Mist wie soll ich als elektronischer Legastheniker diesen Fehler finden?)

19.20.08.15: auf Fehlersuche: auf das Einfachste kommt man wohl immer zuletzt. Es hatte sich eine Steckerverbindung gelöst. Warum eine hängende Verbindung keinen Bajonettverschluß bzw. nicht mit Kabelbindern gesichert ist, erschließt sich mir jedoch nicht. Auf dem MaxSea Programm neu eingerichtet und es funktioniert wieder. Allerdings muss auch wieder kalibriert werden. Die nächste schweißtreibende Aktion, dazu muss ich erst einmal viel lesen. Ob das noch diese Saison klappt?

23.08.15: Logge wieder unklar, permanent neuer Muschelbewuchs und Schleim am Schaufelrad. Logge ziehen und reinigen wird langsam zur Routine!

 

Aus Brigittes Bordtagebuch

26.- 30.07.15: Hafentage in Livorno: Die Stadt empfinden wir als nicht besonders schön, liegt aber an einer interessanten Küste, kein Strauch, sondern schroffe Felsen und Steine und überall an jeder möglichen oder für uns unmöglichen Stelle wird sonnengebadet oder geschwommen. Wir können uns die Hafenfahrräder  ausleihen und unternehmen ausgedehnte Touren entlang der Küste. Kreuzfahrer legen hier an, um die Ausflüge nach Pisa und Florenz zu machen.

31.07.- 04.08.15: Wir hatten auf den Wind gewartet, für die 40 NM nach Capraia, Ansage 3-4 Bft aus Nord und was war? Jede Menge Zeit, um unter Motorfahrt Wasser zu produzieren. Alle Tanks werden voll!!!!! Vor dem Hafen ein interessantes Bojenfeld, da gehen wir ran! Es wird vorne und hinten mit Leinen an Moorings angelegt, ein tolles Prinzip. Trotz Schwell lagen wir sehr ruhig und können uns mit den Nachbarliegern prima unterhalten. Die Hygiene wird durch Baden im Meer und abspülen in feinster Form von allen gleich praktiziert. Klasse!! Wir bleiben ein paar Tage, wir haben Zeit, Dirk und Lore kommen in einer Woche, und nach Bastia ist es für uns nur eine Strecke von 30NM. Capraia, eine alte Strafkolonie, die bis 1986 noch in Betrieb war. Wir erwandern die alten Gebäude und sind erstaunt. Es gab die totale Selbstversorgung mit Farm und Obst- u. Gemüseanbau auf angelegten Terrassen. Fliehen konnte von hier keiner, so steil wie das hier ist.

05.08.-08.08.15: Die Überfahrt nach Bastia großes Segelkino, komplett gesegelt!!!!!! Überraschung: wir bekommen einen schönen Platz im alten Hafen, umgeben von Häusern und Leben und anderen Fahrten(urlaubs)seglern. Ein buntes Treiben und gut geeignet für die Wartezeit. Wir lernen einen ca. 12jährigen Jungen kennen, der sich von uns eine Taucherbrille auslieh, weil seine auf den Hafengrund gefallen war. Er sprach perfekt englisch und wie sich herausstellte weiter 7 Sprachen. Er besuchte uns fast jeden Tag, pfiffig der Kleine! Am 8.8. treffen Lore und Dirk ein, wir essen gemeinsam und besprechen die nächsten Tage. Es soll Korsika rund gehen, gegen die Uhr, obwohl: die Wetterprognosen sind nicht sehr günstig.

09.08. 15: eine kurze Strecke in den Norden Korsikas macht den Anfang, der Hafen ist voll , wir werden abgewiesen und gehen vor Anker. Wir genießen das klare Wasser, das wuselige Treiben, verteidigen unser Anker- Schwoigebiet fahren mit dem Dinghi zum Einkaufen.

10.08. 15: ein weiterer Ankertag, das Wetter zeigt  sich sehr unbeständig: Gewitter, Regen und zu viel Wind für die Cap Umrundung und jetzt wird der Plan der Insel-Umrundung endgültig gecancelt. Über Schwell, der jetzt auch noch in die Bucht kommt, sind unsere Freunde nicht begeistert.

11.08.15: Alle sind froh: jetzt geht es los und unser Plan ist gemacht und nach Capraia können wir segeln. Und wir haben Glück, noch eine Boje abzubekommen, sie sind offenbar alle vorbestellt (es ist jetzt Hauptsaison). Baden, in den Ort mit dem Dinghi  fahren, einkaufen, Ort erkunden, alles kurzweilige Unternehmungen die uns begleiten.

12.08. 15: im Hafen Medici haben wir nichts weiter unternommen, als einzukaufen, ein langweiliger Ort. Dirk hat uns köstlich bekocht und wir für 3 € gewaschen

14.08.15: Eine kurze Strecke gesegelt, bis zum Hafen San Vincenzo. Klasse Empfang und anlegen an Fingerstegen und wir erhalten einen Kopfplatz. Wir sind begeistert!! Das legt sich bald, als der Liegeplatz bezahlt werden muss. Lore und Alois bekommen fast einen „Herzinfarkt“, zumindest war die Schnappatmung dran!! Klar ist, es geht morgen weiter!! Dirk kauft für das Abendessen ein und bekocht uns wieder vorzüglich, diesmal Saltimbocca. So was von köstlich!

15.08. 15: Überfahrt nach Elba in den Nordwestlichen Bereich nach Marciana Marina. Wir rufen an, um einen Liegeplatz zu bekommen. Antwort: The harbor is full. Call again half past seven! Genau das machen wir nicht und gehen sofort weiter nach Portoferraio und können sogar alles segeln. Die ursprüngliche Idee, ersatzweise zu Ankern, haben wir verworfen, zu viel Schwell in die Bucht hinein und nachts zu viel Wind aus Nord angesagt. In Portoferraio bekommen wir einen Platz und das war ein Riesenglück, wie uns andere Segler später sagten. Genau an diesem Tag ist der Höhepunkt der Saison mit Höhenfeuerwerk und das bei kräftigem Wetterleuchten. Eigentlich gibt es ohne Anmeldung keine Möglichkeit dort festzumachen. Das war ein erster 6er im Lotto! Und das Glück geht weiter, ausnahmsweise dürfen wir einen zweiten Tag bleiben, allerdings müssen wir verlegen. Dieser Hafen genehmigt grundsätzlich nur eine Übernachtung. Da gaben wir gerne als Dankeschön einen Piccolo mit Helgoländer Sekt an den netten Marinero. Bei unserem Erkundungsgang entdeckten wir einen Weinkeller in einer Felsenhöhle. Hier wurden nur Weine aus Elba verkauft.

17.08.15: Wir segeln die gesamte Strecke nach Azzurro, mit aufkreuzen, halbem Wind, raumem Wind und sehr hoch am Wind. Lore und Dirk zeigen uns das neu Erlernte und sind schon ganz schön fit. Bis tief in die Bucht wird gesegelt und ein Ankerplatz gesucht. Ca. 100 Boote hatten die gleiche Idee. Wie immer ein kleiner Ausflug in den Ort, einkaufen für das Abendessen (Dirk will immer frisches zum Kochen und dagegen haben wir nun absolut nichts) und da passiert es: Alois macht den Bademeister beim Retten einer Schraube für das Dinghi. Er hatte wohl beim Kauf von Kamera und Smartphone schon Ahnung, dass es mal passieren könnte. Alles ist „waterproof“. So übten wir gleich das Rettungsmanöver „Mann über Bord“.

18.08.15: Im nächsten Hafen, Marina di Campo,  gibt es wieder keinen Platz (ist doch wohl die genannte Hochsaison) und Plan B, der mit dem Ankern, wird schnell in Angriff genommen. Wir lassen das Dinghi nicht zu Wasser es wird zunehmend inkontinent und löst sich in seine Bestandteile auf. Nicht für das Mittelmeer geeignet wie wir später erfahren. Ein totaler Fehlkauf!

19.08.2015: Wir starten früh, um uns herum dunkle Wolken und es ist nicht so klar wie sich das Wetter entwickeln wird. Wir können die erste Strecke prima segeln, Dirk steuert wie ein alter Professioneller die anrollenden Wellen aus. Ca. 10 Meilen vor Bastia ist alles weg, von hinten kommende Dünung und es rollt ätzend. Motor an und in den alten Hafen von Bastia. Wir verzichten auf das Tanken und legen gleich an. Der Hafen ist in kürzester Zeit prall gefüllt.

20.-22.08.15: Mit Lore und Dirk haben wir die letzten Tage in Bastia bis zu ihrer Abreise intensiv erfahren u. anders als vorher erlebt. Dirk hat wieder köstlich gekocht, wir haben viel erzählt, uns gesonnt, gelesen, geratscht und getratscht. Insgesamt Erholung pur und Nachempfinden der gemeinsamen Reisezeit.

23.08.15: Wir starten früh um 0700 Uhr, die erste halbe Stunde wenig Wind und genug Zeit, um unter Maschine wieder Trinkwasser zu produzieren.  Und dann…….Wind langsam steigernd von 3 Bft auf 5 Bft aus Süd. Mit einem Reff im Groß und voller Genua rauschten wir mit ca. 8kn über Grund dahin. Wasser an Deck und Alois strahlt und ist doch auch angespannt, hatten wir die Segelei mit Wind in der Vergangenheit eher nicht. Wieder der Versuch, in Marciana Marina einen Platz zu ergattern, wieder die Aussage: The harbor is full. Call again half past seven! Wir suchen einen Ankerplatz, geschützt gegen den angesagten starken Südwind in der Nacht. Vor einer Bucht mit Sand, Golfo di Procchio,  finden ein wir ein Plätzchen, fahren den Anker mit 2000 Touren kräftig ein, geben bei 8 Metern Wassertiefe 60 m Ankerkette, stellen den Ankeralarm ein und essen ausgiebig, mit Wein und allem was dazu gehört. In der Nacht erleben wir Böen von 35 kn und kurzfristig mehr und ich verstehe es nicht, Alois schläft, trotz des Einruckens und „Geknirsche im Gebälk“ und ich fahre bei jedem Windstoß zusammen.

24.08.-  ???15: Gerne wären wir hier noch etwas geblieben, wir mussten diesen Ort verlassen, der Wind soll auf Nord drehen und Schwell von 1mtr.Höhe. Das macht dann nicht so viel Spaß. Wir segeln anfänglich mit 4 und dann permanent bei 5 Bft, mit 1,2 Meter Wellenhöhe zum Festland zum Hafen Porto Touristico Marina di Salivoli und bekommen WIRKLICH den letzten Liegeplatz im hinteren Eck des Hafens. Der 2. 6er im Lotto, denn weit und breit keine Ankerstelle. Hier machen wir nun Ausflüge nach  Piombino, gehen eine alte strategische Küstenstrecke entlang, es ist mehr ein Gehen über Geröll, ca. 8 km hoch und runter, bei ca. 250 Höhenmetern. Wir sind fertig und werden uns einen weiteren Hafentag gönnen.

 

Am 7.9. kommt mein Neffe Jens mit Ilona und wir werden die letzten Stationen nach Rom in das Winterlager gemeinsam machen.


Bilder dazu!

Bis zum nächsten Mal:

Von irgend woher

Eure Crew von der Zora Brigitte und Alois

 

Zora ………….ist unterwegs

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