Liebe Familie, Freunde und virtuellen Reisebegleiter!

 

Das halbe Jahr in Bremen ist vorbei und seit dem 1.4.2016 sind wir wieder an Bord, haben die ersten Motor- u. Segeltage, den ersten Sturm, die ersten Verletzungen (leichtester Art) hinter uns und nutzen im Moment die Zeit für ein erstes, zufriedenes Lebenszeichen. Bei Regen, Kälte (im MITTELMEER) Starkwind und Wellenhöhen von plus 4 Meter lässt es sich gut schreiben und mit einem kleinen Port im Glas geht auch das noch flüssig von der Hand. Hoffen wir mal, dass sich nicht zu viele Fehler einschleichen. Falls doch, übt Nachsicht und schreibt gerne zurück, wir freuen uns, auch wenn wir nicht alles beantworten können. Und wie gehabt: Falls jemand aus dem Verteiler gestrichen werden möchte, ein Ein-Zeiler reicht aus.

 

Unser Stationen waren bisher:

nach dem Winterlager an der Tibermündung, Anzio/Nettuno, Ponza, Ischia, Napoli im Hafen Santa Lucia, Capri in der Grande Marina, Amalfi, Agropoli, Acciaroli und jetzt in der Marina Camerota

 

Aus dem Logbuch:

Bis zum 5.4. 16 alle notwendigen Wartungsarbeiten erledigt, Gasdichtigkeitsprüfung erledigt, Filterdichtigkeiten am Motor unter Standgas geprüft, Kompasskalibrierung fehlgeschlagen. Am 5.4., am ersten Reisetag unter Maschinenfahrt Motorraumkontrolle: shit happens, Seewasser läuft aus dem Seewasserfilter. Mist, mal wieder nicht an die Ratschläge von Hans gedacht: Kontrollen auch unter Last sind eine Lust. Maschine aus, natürlich den Seewasserdurchlass geschlossen,  Deckeldichtung gefettet Seewasserventil auf und bei dichtem Filter weiter. Nach dem 3.ten Versuch die Kompasskalibrierung abgebrochen.  Das alte Thema: Alois und Elektronik

07.04.16: Wir passieren ein aktives Schießgebiet: Ansage ca. 5NM Abstand zur Küste. OK, machen wir und was passiert? Sicherungsboot kommt auf uns zu und verlangt jetzt noch weitere 7 NM Abstand zur halten.

08.04.2016: erste Nacht vor Anker

11.04.2016: mein Wunsch, wie immer am Geburtstag auf See zu sein und am besten segeln. Machen wir, Anfangs 2-3 Bft später mit Plackerei 5-6 Bft von vorn, wunderbares nasses Segeln mit Aufkreuzen. Aus geplanten 18 NM werden 26 NM. Für mich ein wunderschöner Tag mit (Arsc..kälte und Zufriedenheit)

18.04.2016: Gesamte Strecke unter Gennaker gesegelt und ein norwegisches Boot, welches 2 Stunden vorher abgelegt hatte, nach 24  NM eingeholt. What a wonderful day!!

 

Aus Brigittes Bordtagebuch:

Bis zum 4.4.2016: Wir kommen aufs Boot, welch ein Schreck, alle Beschläge mit Polierpaste verdreckt. Reklamationen und Nacharbeiten durch die Werft. Mann was sind wir von der Arbeit der Bootswerft Winkler verwöhnt. Wir schlafen 2 Nächte auf dem aufgepallten Boot und nehmen erste Kontakte mit Zora in diesem Jahr auf. Die nächsten Tage, nach erstklassiger Arbeit beim Zuwasserlassen mit dem Travellift, liegen wir an der Werftpier im Tiber, machen sauber, bauen das neue Tenderboot auf und haben Lachs mit frischem Mangold und „etwas“ Flüssigkeit aufgenommen.

5.5.2016: Mit Segeln ist nicht viel möglich und wir wollen Wasser produzieren. Was ein Glück: weil er dazu den Motorraum aufmachen muss, entdeckte er Wasser. Alois wurde schnell fündig, dachte an Hans, SIEHE oben. Nun, es muss ja alles wieder in Ordnung kommen und er nahm das Seewasser aus der Motorraumbilge auf. Ein neuer Schaden: Er holte sich eine fette Brandblase. Nettuno ein kleiner netter Ort, mit guten Einkaufsmöglichkeiten und einer sehr angenehmen Dusche, die wir richtig genossen, hatten wir doch seit einer Woche ein bisschen sehr sparsam…….. na gut, lassen wir das!

7.4.2016: Wieder kein Wind, das Meer spiegelglatt, gute Voraussetzungen den Kompass zu kalibrieren….dachten wir, aber es klappt nicht- was ist das denn nun schon wieder? Unser ursprüngliches Ziel, Circeo am Festland, geben wir auf. Auf Grund eines aktiven Schießgebietes mussten wir soweit vor die Küste gehen, dass wir schon fast auf der Insel Ponza waren! Dort war noch keine Saison, die Stege noch nicht im Wasser, und wir mussten vor Buganker an die Industriepier mit ca. 2,5 mtr. Pierhöhe. Klasse sportive Einlagen für uns und zwei weitere Boote. Ein Cat mit griechischen Ukrainern und ein Boot mit englisch (schon wieder J) sprechenden Franzosen. Am nächsten Tag musste der Liegeplatz bis 9.oo Uhr verlassen sein und wir verlegten vor Anker.

9.4.2016: Die Ankerbucht mit Regenklamotten verlassen, es war kalt und der Wind von raum. Unterwegs verließ uns der Wind und unser Plan direkt nach Ischia zu gehen wurde verworfen und wir liefen in den Hafen von Ventotene, um nicht motoren zu müssen. Im Hafen sofort eine 180° Wende und doch weiter nach Ischia, es gefiel uns überhaupt nicht. Karg, trist und eine Betonmole, hatten wir doch schon gehabt! Ca. 20 NM vor Ischia, der Himmel wurde dunkel, die Wellen fingen an zu kräuseln und sich später zu brechen. Alois strahlt, waren doch bei 22KN Wind immerhin 8,2KN Speed auf der Logge und er hatte die Hoffnung einem aufkommendem Boot davon zu segeln. Klappte aber nicht, es waren die griechischen Ukrainer mit Problemen am nagelneuen Boot, sind deshalb unter Motor und gesetztem Vorsegel gefahren.

10.4.2016 Hafentag auf Ischia! Eine schöne Insel mit viel Grün, Wandermöglichkeiten, eine Vulkaninsel mit dem 787 m hohem Berg Epomeo. Nach unserer obligatorischen ersten Wanderung hatten wir einen Nebenlieger. Amerikaner aus Los Angeles und Mississippi, die für eine Woche eine Boot gechartert    hatten. Sie hatten ein paar Probleme bei denen Alois versuchte zu helfen und englisch zu sprechen. (Ich weiß auch nicht wie, aber ihn verstehen sie immer!) Zum Dank wurden wir auf ihr Boot eingeladen und es war ein toller Abend mit Wein, Bier, Käse und Tomaten mit Mozzarella, auch wenn es bei den Nativspeakern für uns eine kleine Hürde war.

11.12.4.2016: Alois muss an diesem Tag aufs Wasser, also 18 NM in 7 Stunden! Er kam nicht vom Telefon und genoss die „Rauschefahrt“ mit gemütlichem Sherrygruß an Rasmus. Auf dem Weg nach Napoli der Vesuv mit seiner Doppelspitze zu sehen und kein Funkkontakt zur Marina. Im kleinen Hafen einige Kreise gedreht und dann einen Platz bekommen der keinen direkten Zugang zum Festland hatte. Macht nichts es gab einen Shuttle wann immer wir wollten, Dafür aber keine Dusche und Toilette, macht nichts, man kann ja nicht alles für 80€ Tagesliegegebühr haben. Napoli wollten wir aber unbedingt ansehen und es hat sich gelohnt, jeder einzelne Euro. Und wir bekamen eine Einladung zu einer Geburtstagsfeier auf dem Steg zu Simone und Andrea (das ist ihr Mann).  Wir haben uns die Füße wundgelaufen um die vielen Sehenswürdigkeiten wie Santa  Chiara, die Altstadt mit ihren vielen speziellen Vierteln die Spaccanapoli (spaltet Napoli) anzusehen. Ganz besonders war der Aufstieg zum Castell S. Elmo. Eigentlich wollten wir die Seil/Schrägbahn nehmen, aber wir fanden die Einstiegsstation nicht und stiegen stattdessen die vielen, vielen Stufen hinauf. Soviel Sport wollten wir nun allerdings auch nicht!

14.4.2016: Hafentag auf Capri: Schönes Wetter, gutes Schuhzeug und los geht es. Erstmal auf die andere Seite der Insel, mit rauf und runter und rauf und runter,  zur Marina Piccola (ist aber nur eine Bucht) mit azurblauem Wasser. Dann Richtung Nord zur Villa Krupp und einer Serpentinenstraße, die von ihm beauftragt wurde.

15./16.4.2016 Auf nach Amalfi wo wir einen besonderen Preis bekommen, konnten wir doch „spezielle“ Grüße von Antonio bestellen den wir auf Simones Fete kenngelernt haben. Im Hafen liegend erkennen wir mit bereits „geschultem“ Auge: der Ort geht nicht nur in die Breite, sondern auch in die Höhe. Das wird wieder sportlich! Der Hafenmeister empfahl uns die Besichtigung von Ravello, das nur 6 km entfernt sein soll. Wir laufen!!! Natürlich nicht auf dem direkten Weg, es gibt ja auch vermeintliche Abkürzungen, die sich später als 5 km mehr Wegstrecke herausstellen.  Es waren gefühlt mehre 1000 Stufen, bei immer wieder fantastischen Aussichten und Zwangspausen zum Atmen. In Ravello ist große Keramikkunst zu besichtigen und hier finden das ganze Jahr über große klassische Konzerte statt. Wagner hat sich hier für seinen Parzival inspirieren lassen. In Amalfi wird noch der Kunst des Papierschöpfens  nachgegangen und es gibt ein starkes kleines Museum dazu. Abends dann leider eine beschi….Mitteilung von Irmgard: Ihre Tochter Elisabeth (Nichte von Alois) hat Krebs diagnostiziert bekommen. Eine junge Frau mit 25 Jahren! Wir sind sehr betroffen!

18./19.4. 2016 Der Tag begann mit einem ordentlichen Schreck: Der alte italienische Zittersack mit seiner deutlich jüngeren Frau mit passabler Figur fuhr über unsere Mooring und schlug diese ca. 3cm dicke Leine mit einer seiner Heckschrauben durch. Zum Glück hatten wir eine zweite Mooring und konnten in  „Ruhe“ zu Ende frühstücken.  Obwohl die Küstenwache und andere Leute ordentlich riefen, um diesen Mann zu stoppen, fuhr er weiter ohne sich zu kümmern. War wohl auch noch schwerhörig! In Agropoli angekommen, bekamen wir zwei frisch gefangene, lebende Fische geschenkt. Alois hat zum ersten Mal Fische geschlachtet, ausgenommen, geschuppt und anschließend gegrillt. Auf italienisch heißen diese Meeräschen: Cefola. Von Agropoli aus besuchten wir unter abenteuerlichen Umständen, Bushaltestellen suchen!!!!, die alte ausgegrabene Tempelstatt Paestum. Beeindruckend, was durch die Griechen um ca. 750 vor Christi gebaut wurde.

20.4. 2016 kurz vor Acciaoli sprang ein Schwertfisch aus dem Wasser und ….. Alois hatte die neue Angel mit Multifunktionsrolle gerade aus dem Wasser genommen. Was das wohl wird mit seinem Angeln, aber: er ist wild entschlossen einen ordentlichen Fisch im Schleppen zu fangen.

21.4. bis zum??in Marina Camerota. Wir segeln jetzt schon zum wiederholten Mal in kurzen Hosen und zur Freude von Alois mit Gennaker. Hier wollen wir die angekündigte Schlechtwetterphase mit Regen, viel Wind, Kälte (hier sind 15° wirklich kalt! L) abwarten, um dann weiter Richtung Liparische Inseln wie Vulkano und Stromboli zu gehen.

 

Wir sind gespannt auf das Kommende und genießen das Jetzt!

 

Liebe Grüße and best regards

Brigitte und Alois

 


Bilder dazu!


SY Zora….ist unterwegs

    Call Sign  DJ 7991

    MMSI 211473740

Mobil: +4915161333022