Liebe Familie, Freunde und virtuelle Reisebegleiter!

Unsere nächste 4 wöchige Etappe ist vorbei, das Wetter und der Wind sehr schön aaaaber direkt von vorn und wir haben einen Hafentag eingelegt. Putz- und Flickstunden und Wäsche waschen sind im Moment dran. Im jetzigen Hafen gibt es seit langer Zeit eine Waschmaschine und die wird von uns jetzt kräftig genutzt. Und wie gehabt: Falls jemand aus dem Verteiler gestrichen werden möchte, ein Ein-Zeiler reicht aus.

 

Unser Stationen waren nach Camerota:

Cetraro (vor Anker), Tropea, Lipari, Cefalú, Palermo, Mondello (vor Anker), San Vito Lo Capo, Favignana, Marsala, Mazara del Vallo und jetzt in Sciacca

 

Aus dem Logbuch:

28.04.16: Seltsame Windverhältnisse im Golf von Eufemia, Windzunahme von 3 BFT auf 7 BFT innerhalb ½ Stunde mit Wellenaufbau bis zu 2 m für 1 ½ Stunden und dann urplötzlich ein Winddreher um 180° (Wiederholung um 180°). Die Crew hatte „sehr verwunderte Blicke“!!!

07.05.16: Windfäden am Großsegel erneuert. (Ich habe sonst nichts zu schreiben, damit habt ihr wenigstens etwas von mir hört, ich hätte ansonsten nur schreiben können: alles gut!)

17.05.2016: Weiterreise mit Thorsten, Astrid, Erik und Finja (Brigittes Neffe mit Familie). Nachdem die obligatorische See- u. Sicherheitseinweisung erledigt ist gibt es einen wunderbaren Segeltag zur Ankerbucht nach Mondello.

Bis zum 24.5.2016: jeder Seetag war ein prima Segeltag, von 2-3 BFT bis zu 5-6 BFT  „durften“ unsere Gäste alles erleben. Der Skipper war mit seiner verstärkten Crew sehr zufrieden und denkt schon mit „Grummeln“ an sein eigenes Abwaschen!

 

Aus Brigittes Bordtagebuch:

27.4.2016: Nachts wachen wir von kräftigem Kettengerassel auf und sehen einen Fischkutter mitten im Hafenbecken quer liegen. Es war ein unklarer Anker welcher nicht auf dem ersten Hiev gehoben werden konnte. Hatte sich etwas am Grund verhakt? Die Aktion dauerte 1 Stunde und unsere Nachtruhe war dahin, also gleich aufstehen und um 6.oo Uhr abgelegt.

28.4.2016: Heute sollen es 50 NM werden, Alois versucht erneut einen Fisch zu fangen, wir haben die Fleece gefütterten Strampelhosen an, kämpfen uns durch den Golf von Eufemia (S. Logbuch Alois) und treffen in Tropea erstmalig  deutschsprachige Charterer. Neben uns eine nagelneue Yacht (auch eine Dufour) mit verloren gegangenem Propeller, welche eingeschleppt werden musste.  

Bis zum 30.4.2016: Hafentage in Tropea. Die nagelneue Yacht gehört einer Eignergemeinschaft, die das Boot selbst überführt haben, und einer davon ist Gesellschafter dieser Charteragentur. Spannend diese Menschen zu treffen, wurden wir doch zu der Taufe des neuen Bootes eingeladen und die Taufpatin war die ehemalige Olympiasiegerin im Super G von 1988, Marina Kiehl. Sie erzählte uns auch von der Eröffnung einer Kieler Woche mit Björn Engholm.

1.5.2016: Unser Vorhaben, Stromboli anzulegen, mussten wir aufgrund der Wetterlage aufgeben. Es sollte regnen und in der Nacht Wind aufkommen, also weiter nach Lipari. Der Regen kam kräftig schon vorher und wir hatten nicht einmal mehr Lust einen ersten Besichtigungsgang in Lipari zu machen.

2.5./ 4.5.2016: Hafentage auf Lipari! Unsere erste Mooringstelle verlassen wir auf Anraten des sehr kompetenten und hilfsbereiten Marineros. Es werden 60kn Wind erwartet und wir verlegen in die hinterste Ecke und bekommen eine weitere verstärkte Mooringleine. Eine schöne Erfahrung! An meinem Geburtstag ein Sektfrühstück, Heulen im „Gebälk“ (es werden aber nur 38kn in „unserer Ecke“), viele Telefonate und Emails. Wir machen Bekanntschaft mit einem deutschen Boot und deren Besatzung, die zu einer Initiative gehören, die sich Seerebellen nennen. Das ist ein Projekt mit therapeutischem Hintergrund für junge Erwachsene mit Krebs, die gerade ihre Chemo hinter sich haben und nun wieder das Leben spüren sollten.  

5.5./6.5.2016: auf nach Cefalú mit ca. 50 NM Seestrecke. Es wird ein schöner Segeltag, auch wenn es mal wieder kalt ist, und wir freuen uns auf die Dusche. Aber wie so oft, was als Marina beschrieben wird, gibt es nicht oder ist noch nicht für die Saison gerichtet. Also keine Dusche, kein WC aber ein phänomenaler Ort mit: La Rocca! Der Ort versprüht seinen eigenartigen morbiden Charme und stammt aus dem 12. Jahrhundert. Die Kathedrale ist im muslimisch-normannischen Stil gebaut und ist Sinnbild für die damalige Zeit in der ALLE Kulturen irgendwie zusammen gelebt haben. Überhaupt haben auf Sizilien die unterschiedlichsten Kulturen, unter wechselnden Führungen mit der Akzeptanz des Anderen noch immer eine größere Bedeutung. Haben wir doch selbst auch den Gebetsruf eines Muselmanen  gehört. Es ist unglaublich schön so etwas  zu erleben.

Bis zum 16.5.2016: Reisetag und Hafentage in Palermo: Hier warten wir auf Thorsten mit Familie und wir sind gespannt auf Palermo, haben wir doch so viel unterschiedliche Aussagen gehört. Wir wollen uns ein eigenes Bild machen. An der Tourist Information bekommen wir von einem deutschsprechenden Mitarbeiter alle Infos mit einer Begeisterung über seine Stadt, wie wir sie bei noch keiner Information bekommen haben. Wir waren regelrecht angetörnt und liefen gleich zum königlichen Palast und besichtigten diesen von innen. Ein ähnlicher Stil wie die Kathedrale in Cefalú, auch hier wird vom arabisch – normannischen Stil gesprochen, und wieder ein Hinweis auf die Vielfältigkeit, wurde 2015 zum Weltkulturerbe erklärt. Das Theatro Massimo erleben wir mit einer deutschsprachigen Führung und sind derartig begeistert, dass wir Gerda und Eckhard darüber berichten. Es ist das drittgrößte Opernhaus in Europa und hat überall nur Logen. Die Akustik ist so atemberaubend, zumal völlig ohne Mikrofontechnik ausgekommen wird. Wir durften auch noch einen Teil der Proben des Ballettstückes Cinderella erleben. Hier hörten wir das einzelne Aufsetzen der Zehenspitzen der Tänzer. Einfach Grandios!!! Unsere Erlebnisse in Palermo würden diese Schiffsmeldung allerding in einen Umfang bringen der einfach zu groß ist, also kommt in den neuen Vortrag bei Tura im nächsten Jahr!

Unser neues Beiboot wird liebevoll mit dem Schriftzug „ZORA“ versehen (ist eine Vorschrift). Am Abend kommen unsere Gäste, nach einem Abendbrot, Schlafplatzverteilung usw. hieß es: ab in die Kojen!

17.5.2016: Ein erstes Abenteuer für die Kinder, Segeln mit Schräglage, glattes Wasser und sehr schnell mal wieder 20kn wind und die Angel von Alois draußen (immer noch wild entschlossen einen Fisch zu fangen). Plötzlich ein lautes Surren, ein Fisch!!! Nichts da, beim Einholen der Sehne eine Möwe, die sich in der Sehne verfangen hat. Die Kinder werden unter Deck geschickt um dem evt. Tod einer Möwe nicht mit erleben zu müssen. Alois gelingt es, das Tier zu befreien und wieder unbeschadet in die Freiheit zu entlassen. Armer Alois, nun fängt er schon mal was – und dann ist’s ne Möve…

18 5. 2016: Weil alles stimmte: das Wetter, der Wind, die Welle, segelten wir gleich zwei Stationen komfortabel weiter nach San Vito lo Capo, einer der Wetterscheiden im sizilianischen Nord-Westbereich.

21.5. 2016: wir hatten uns telefonisch bei „GIGI“ (Tipp des Franzosen neben uns) angemeldet und legten kurz vor 9.oo Uhr ab, hatten ca. 30 NM vor uns, die wir in gut 4 Stunden (!!!!) schafften, ein Schnitt von ca. 7 kn. Leider war die Welle etwas steil und hoch, so dass nicht alle das gleich große Vergnügen hatten, aber trotzdem alle genossen es! In Favignana kein Wasser und Strom an der Pier und zum öffentlichen WC ging es an Land.

22.5.2016 in Favignana machen wir eine große Wanderung zu einer alten Burgruine, besichtigen die alte Thunfischverarbeitungsfabrik (jetzt Museum) des Herrn Florio. Wir sahen den Aufbau der Thunfischfanganlagen im Original, kauften 2kg frischen Thunfisch und speisten wie die Götter mit sizilianischem Wein.

24.5. / 25.5.2016: Zwischenstopp in einem kargen Marinahafen und weiter nach Mazara del Vallo, der größte Fischereihafen Siziliens. Wir konnten die „Sea Cloud“ eine segelnde Viermastbark als ***** Sterne Hotel unterwegs, sehen und bewundern.  Thorsten und Astrid bekamen hier einen Flughafentransfer organisiert, Astrid packte alles zusammen und nach einem ausgiebigen Abendessen, etwas Revue passieren lassen, ging es in die Kojen, um morgens (fast mitten in der Nacht) um 6 Uhr  mit dem Taxi zum Flughafen zu fahren.

Wir machten uns ein kleines Frühstück, alles seeklar und machen uns auf

26.5.2016 nach Sciacca: hier jetzt ein Tag mit: siehe Einleitung

 

Wir sind gespannt auf das Kommende und genießen das Jetzt!

 

Liebe Grüße and best regards

Brigitte und Alois

 



Bilder dazu!


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