Liebe Familie, Freunde und virtuelle Reisebegleiter!

 

Mittlerweile heben wir unseren Winterlagerhafen Certosa, eine kleine Insel direkt vor Venedig, erreicht. Hier werden wir bis zum 30.9.bleiben, Venedig besichtigen, das Boot für das Winterlager klarieren und dann an Land stellen. Hier wartet Zora auf uns bis zum Ende März/Anfang April 2017 J

 

Unsere Stationen waren nach Zadar/Marina Borik:

Mali Losinji/Uvala Antaturi vor Anker, Marina Veruda, Rovinji, Novigrad vor Boje, ACI Marina Umag zum Ausklarieren, Piran, Stadthafen in Slowenien, zum Einklarieren, Triest, Grado/ Stadhafen, Lignano/ Punta Faro, Marina 4/ St. Margherita/Caorle, Piave Vecchia/Jesolo und nun Venedig/Isola Certosa

 

Aus dem Logbuch:

14.08.2016: Katharina (Brigittes Großnichte)und ihr Freund Florian kommen für 1 Woche an Bord. Eine kleine Sicherheitseinweisung, Rettungswesten anpassen usw. alles easy!!

Allgemein: wir hoffen auf segelbaren Wind und tatsächlich, die ersten Tage klappt es bei kurzen Distanzen mit kreuzen und hoch am Wind.

24.08.2016: bei  der Ausfahrt durch eine schmale Lagune: 2 x Grundberührung. Das war uns bereits von Italienern angekündigt und wir sollten ruhig ordentlich Gas geben da es nur Schlamm wäre: Hat geklappt weil wir uns an die empfohlene Route gehalten haben!!

Allgemein: Kroatien hat im August nicht gerade die Segelwinde und das Verhältnis Segel- und Motorstrecken stehen in einem äußerst unguten Verhältnis und tragen nicht so diiirekt zu meinem Wohlbefinden bei.

 

Aus Brigittes Bordtagebuch:

05.-07.08.2016: Mit dem Bus fahren wir nach Zadar und laufen alle Straßen der alten Stadt ab. Bei den vielen alten Städten, die wir in diesem Jahr gesehen haben, war Zadar für uns die am wenigsten attraktive, als ob die Stadtplaner kein Konzept gehabt hätten für den Erhalt der alten Gebäude oder die Integration neuer. Und doch: 3 Kreuzfahrer! Versteh wer will! Kein Sportboot verließ bei der angekündigten Bora den Hafen. Wir hatten zwar den Eindruck, dass es so schlimm nicht war, bekamen dann in der Rezeption aber mit, dass ein deutsches Paar, das sein Boot nach Hause trailern wollte, nicht fahren konnte, weil die Straßen gesperrt waren und die Fähren ihren Dienst eingestellt hatten. Auch hatten wir wegen des schlechten Wetters eine Absage für eine  Besichtigungsfahrt zu den Plitvitzer Seen bekommen.

08.08. 2016: Großer Aufbruch, alle wollen los! Es ist wieder schönes Wetter angesagt und das bedeutet für uns: Motor an, kein Wind und mal wieder spiegelglattes Wasser.

09.-13.08.2016: Auf nach Pula, so der Plan! Auf Nachfrage: es ist kein Platz! Änderung, wir fahren nach Veruda um dort auf Katharina und Florian zu warten und die nächste Boraphase passieren zu lassen. Über den Kvarner der Versuch zu segeln, aber bei 5-6 Knoten auch aus 45° zum Wind wird das nichts! (Alois hat keine Haare mehr, vom vielen raufen und wundert sich einmal mehr über den Begriff: Kroatien ein Segelparadies!) Wir unternehmen lange Spaziergänge an der Bucht entlang und gehen auch über den Küstenweg in die Stadt Pula. Dort gibt es ein klasse renoviertes Amphitheater, das auch heute noch für Kulturveranstaltungen genutzt wird. Die Stadt ist sehr touristisch, hat aber nicht den Flair der vielen anderen „alten Städte“, gleicht eher Zadar kann sich nach unserer Meinung nicht so richtig entscheiden, was sie sein will. Beim Zurücklaufen gehen wir nahe einer Werft durch richtig arme Straßenzüge und kommen uns deplatziert vor. Und dennoch gibt es in diesem Quartier einen K u. K Friedhof wo Herr Kommerzienrat mit Frau ruht. Oder natürlich Herr Kommandant/ Kapitän mit Gattin und Familie. Dieser Friedhof ist mit Hilfe von Deutschen, Österreichern und Italienern vollständig in Ordnung gebracht worden und stellt ein Zeugnis der alten „Herrschaftszünfte“ dar. Nach dem Eintreffen von Katharina und Florian, ein erstes eingewöhnen, eine kleine Sicherheitseinweisung und ein toller erster Gesprächsabend mit Essen und Pläneschmieden für die nächste Zeit.

14.08.2016: Wir können segeln!!!!! Und müssen kreuzen, so dass  unsere beiden jungen Mitsegler ordentlich arbeiten können und sichtlich Spaß haben.

15.08.2016: Wenig Wind, kurze Strecke und das bedeutet: auch segeln nach Novigrad und anlegen an einer Boje. Unterwegs üben wir einige Segelmanöver und auch ein paar Knoten. Mit dem Dinghi zum Ort und baden.

16.08.2016: Wieder nicht viel Wind, aber immerhin, es klappt fast bis Umag. Hier müssen wir ausklarieren und unsere letzten Kuna auf den Kopp hauen. Wir kaufen noch einmal ein und für jedes Paar bleibt noch etwas für???? Na ja ein Eis und was war es noch bei unseren Gästen??

17.08.2016:  In Piran/ Slowenien klarieren wir wieder ein. Hier geht es ganz  einfach und Alois fragt ganz verwundert wie es ein kann, dass ich schon so schnell zurück bin. Es gab nicht einmal eine Einklarierungsbestätigung und auf Nachfragen wurde mitgeteilt, ausklarieren ist nicht nötig, wenn wir nach Italien ausreisen. Wider Erwarten bekommen wir einen Platz an der Stadtpier, sogar mit Strom und Wasser! Toiletten sollen ab 19.oo geöffnet werden. Das hat aber nicht geklappt. Ist auch nicht so schlimm. Wir haben ja eine an Bord mit Schwarzwassertank und können diese auf See entleeren!

18.- 20.08.2016: Für die nächsten Tage ist wieder Schwachwind angesagt und wir beschließen  daher, keinen Zwischenstopp in Slowenien einzulegen sondern gehen direkt bis Triest durch, unter Motor. Hier verlassen uns die beiden schon am Freitag und nicht wie ursprünglich am Samstag geplant. Am ersten Tag erlaufen wir uns die Stadt zu viert und sehen viele interessante Kirchen verschiedener Glaubensrichtungen. So steht z.B. eine der größten Synagogen Europas in Triest. Am zweiten Hafentag sind wir wieder allein. Es war nett und interessant mit den beiden, zumal  wir bis auf einen Tag segeln konnten. Auch wenn die beiden gerne einen stärkeren Segelwind gehabt hätten, von Alois brauchen wir ja nicht mehr zu reden, waren sie ganz zufrieden mit ihrem ersten gemeinsamen Segelurlaub.  

21.- 23.08.2016: Schönstes Wetter und kein Wind, dafür ein schöner Hafen und vor allem eine schöne Anfahrt. Alois möchte nicht in die Marina und „wagt“ sich in die lange und sehr schmale Einfahrt in den Gradoer Stadthafen. Zum Anlegen gibt es Bojen, wie in Schweden, diese passen gerade so für unsere Bootslänge und nehmen den Tidenhub von 1,50 gerade noch so auf. Lange Spaziergänge an der Strandpromenade und die Besichtigung eines alten Franziskanerklosters mit restauriertem Lapidarium begeistern uns.

24.08.- 01.09.2016: Unsere nächsten Stationen sind reine italienische Badeorte, allerdings könnte man ebenso meinen, es wären weitere Bundesländer der Österreicher oder Deutschen, so viele deutschsprachige Menschen hat’s hier. Reine Marinas die zwar eine gute Infrastruktur bieten aber das Umfeld ist für  Strandgäste ausgelegt. In Jesolo sind in der Hochsaison ca. eine halbe Million Menschen am Strand, täglich!! Ein einheimischer Motorbootfahrer fragte uns, warum wir in Jesolo Station machten würden, es sei doch wirklich bescheiden und soooo langweilig. Wir fragten uns das auch, aber wir wollten nicht zu früh in Venedig sein. Ein echtes Luxusproblem!!!

Ab 01.09. 2016: Winterlager in Isola Certosa/ Venedig. Wir sind richtig happy, uns für diesen Ort entschieden zu haben. Etwas abseits und alles mit dem Vaporetto zu erreichen. Wir erstehen eine „Venica Unica“ mit einer Gültigkeit von 5 (fünf) Jahren pro Person für 50,--€ und können somit pro  Fahrt für 1,40€ fahren anstatt 7,50€. Wir fahren also mit dem Vaporetto zum Einkaufen nach Lido und lernen dabei die Besonderheiten dieses öffentlichen Verkehrsmittel kennen. Es macht einen Riesenspaß! Als Event der besonderen Art konnten wir bereits am Sonntag die „Regata Storica“ ansehen! Diese Regatta mit Parade findet nur einmal im Jahr statt  und wird von allen Persönlichkeiten besucht. Die GANZ GROSSEN werden mit Gondeln zur Festtribüne gegondelt und individuell mit Fanfarenstößen begrüßt. Es sind uralte Großgondeln die zu diesem Anlass aus den Museen geholt und benutzt werden. Prunkvoll ist fast zu schmalbrüstig ausgedrückt. Dieser Brauch soll bis in das 13.Jahrhundert zurückgehen. Ganz Venedig ist auf den Beinen und der Canal Grande ist für den öffentlichen Verkehr völlig gesperrt. Was hatten wir für ein Glück, dieses Ereignis zu erleben, das immer am 1. Sonntag im September stattfindet - und wir waren da! Wir sind gespannt auf das Weitere und haben ordentlich Material vom Touristenbüro geholt.

 

Unser Rückflug ist für den 30.9.2016 gebucht und wir freuen uns schon auf die Zeit in Bremen und ja, auch wenn es nass und kalt und regnerisch ist.

Wir haben dort so viele tolle Freunde und die wollen wir alle wieder sehen!

 

Liebe Grüße die Crew von der Zora

Brigitte und Alois

 



Bilder dazu!


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