Liebe Familie und Freunde,

wieder ist einige Zeit vergangen und wir haben die Langsamkeit nicht verlernt.

Nun sind wir in unserer Winterlagermarina und lernen neu den Begriff Arbeit kennen. Unsere Zora wird für das Hardstanding vorbereitet, Segel, Bimini, Sprayhood waschen und reparieren, Leinen abschlagen, waschen und mit Sorgeleinen raus bzw. einziehen, alle technischen Verbindungen im Boot sichten, fetten und unter Sicht testen, prüfen von Wanten und Toogeln und Spannern, Bugstrahlruder mit technischem Support aus Deutschland wieder selbst repariert, Motor winterfest machen mit Filter- und Ölwechseln, Winterplane aufziehen,  Saildrive mit Zitronensäuere reinigen (Danke dir Manfred für die hilfreichen Infos) und und und…..so weiter. Für diese Arbeiten und anderes, wie Besichtigungen, Bier trinken gehen, haben wir Zeit bis zum 2.10.2018. Unser Flug  geht am 3.10. ab Leros über Athen nach Hannover und wir freuen uns schon auf diese neuen 6 Monate in Deutschland mit Familie,  Freunden und unserer bereits geplanten Süddeutschlandreise.

 

Nach Chania auf Kreta ging es weiter über Rethymno, Heraklion, Spinalonga/ vor Anker, Agios Nikolaos, Sitea (alles auf Kreta) Karpathos/Pigadia, Rhodos/Plymmyri vor Anker, Rhodos/Klychida Beach vor Anker, Rhodos/ Marina Rhodos, Symi/Panormitis vor Anker, Nisyros/Paloi, Kos/Marina, Kalymnos/Ormos Klychadia vor Anker, Limani Kalymnos, Ormos Nikolaou/Akti vor Anker, Leros/ Limeniskos Xirokampos vor Boje und Leros/ Marina Leros unser Winterlagerplatz.

Aus dem Logbuch:

06.08.2018: Fette Schramme in STB Seite bei starkem auflandigen Wind gefahren, Kommentar Brigitte:  Farbe hält auch nicht ewig!

08.08.2018: Überfahrt von Karphatos nach Rhodos bei 6 bis 7 BFT, unfreiwilliger Krängungstest: ab 45° Schräglage, mit Wasser von beiden Seiten, wieder zurück in normale Segellage mit20°, Puuh!!!

Ansonsten „ganz normales“ Segeln im Meltemirevier mit durchschnittlich 4 – bis 6  BFT, ganz schön oft ganz schön nass!

 

Aus Brigittes Bordtagebuch:

26.07. 2018: Kithyra nach Kreta/Chania und 62 SM liegen vor uns, wir stehen früh auf und hoffen auf die 3 bis 4 BFT aus der richtigen Richtung. Richtung stimmt, aber zunächst nur 1-2  und dann plötzlich 4 -5 BFT und satte Böen mit 6 bis 7  BFT bei strahlendem blauen Himmel und ca. 25 NM  vor  Chania der Himmel schwarz, Gewitter über Kreta und Windzunahme. Klasse, L , wie auf der Nordsee nur wärmer!! Ein guter Platz mit intakter Mooring wird gefunden und wir genießen unser Ankommen und wollen morgen auf den uns schon bekannten Bauernmarkt. Alois freut sich wie ein Kleinkind drauf!

30.07.2018: Erneut haben wir in Heraklion die griechische Gastfreundschaft genossen. Alle Plätze im Italienischen Hafen sind privat, dürfen aber belegt werden, wenn sie nicht vom Besitzer beansprucht werden. Uns war ziemlich mulmig, da der Besitzer ja auch in der Nacht würde kommen können und dann passierte etwas, was uns sehr rührte: es kam ein Mann der uns freundlich begrüßte und fragte , wie lange wir bleiben wollten. Auf die Frage ob dies sein Platz sei, sagte er ja, aber wir könnten ruhig bleiben. Morgen Abend wolle er mit seinem Boot kommen. Uns fiel ein Stein vom Herzen und uns beiden kam ein wenig Pipi in die Augen, weil er extra vorbei kam, um auf die freundlichste Art die Situation zu klären.

31.07.2018: vor Anker in der Bucht Spinalonga mit der gleichnamigen Insel. Diese war früher eine Festung, dann Lepra Station und nun Touristenmagnet. Die ziemlich kräftigen Fallböen waren doch gewöhnungsbedürftig, unsere Zora tanzte förmlich, um dann in der Nacht auszuruhen, und uns unseren Schlaf zu gönnen.

06. – 08.08.2018: Sitea, Überfahrt nach Karphatos und Hafentage. Kurz nach 5 Uhr, es war noch dunkel, legen wir ab, um nicht die Hauptkraft des Meltemi zu bekommen. Wir sind im Herzen des Meltemi in seiner Hauptblasezeit und haben ca. 70 Meilen vor uns. Bei raumem Wind mit 5 – 6 BFT und Böen von 7 BFT sind wir schnell unterwegs und legen in einer kleinen „Marina“ am sichersten und schönsten Platz an. Kaum lagen wir fest, kam die Port Police mit einem PKW und: Hier könnt ihr nicht bleiben, es ist der Platz der Coast Guard. Na super, und nun? „You can stay how ever you want!“ OK, legen wir am Stadtindustriepier an, der Freizeitbooteponton kam nicht infrage weil es starken auflandigen Wind gab mit ca. 0,5 m hohen Wellen davor. Wir fanden einen einigermaßen Platz und waren es zufrieden. Um 22.oo  Uhr kommt die Portpolice: Hier könnt ihr nicht bleiben, morgen früh um 6 Uhr kommt ein Frachtschiff. Also verholen wir wieder, brauchen unser Boot aber nur um 20 m vorverlegen. (Das Ergebnis seht ihr im Foto). Für die Passage und den schwierigsten Teil nach Rhodos ist noch mehr Wind als vorher angesagt und leider nicht mehr raum sondern etwas vorlicher als Querab und wir beobachten die Wetterberichte und Vorhersagen ziemlich intensiv. Na ja, wir haben ja einen einigermaßen akzeptablen Platz, können warten und ziehen die Möglichkeit in Betracht ca. 20 NM weiter nach Nord in eine Ankerbucht zu gehen, um dann wenigsten halben Wind nach Rhodos zu haben. Aber Karphatos ist anders: Morgens um 05.30 klopft es sehr energisch und Festmacher mit Unterstützung des gestrigen (DERSELBE) Portpolice Menschen  teilen uns mit,  wir müssten SOFORT ablegen, es käme ein Frachtschiff. OK, wir machen seeklar, ohne Frühstück ohne Wasser im Gesicht und laufen aus, um in die Ankerbucht nach Nord zu verlegen. Kaum aus dem Hafen und um die Ecke lesen wir auf der Windanzeige 34 Knoten Wind und von wo? Natürlich von Vorn, Ganz genau von Vorn! Wir stampfen uns fest, kein vorwärtskommen. Wir beschließen nun, direkt nach Rhodos zu segeln, Segel gerefft und ab die Post, wohl wissend so um die 7 BFT zu bekommen und das bei stark ansteigendem Meeresgrund vor Rhodos, Chaotische See ist vorprogrammiert! Na klar! Und der unfreiwillige Krängungstest passiert genau dort, Wasser im Cockpit von unten und oben, die volle Dusche. Insgesamt war es jedoch die richtige Entscheidung! Im Schutz der Insel wurde das Wasser ruhiger und wir fanden einen schönen Ankerplatz zum Baden, Kochen und Bier trinken.

11.08. bis 14.08.2018: Hafentage Rhodos. Rhodos hat einen sehr alten Stadtkern, der Weltkulturerbe ist. Die Marina liegt etwas außerhalb und wir laufen über Industriebrachen, Fähranlegern zu den alten Mauern und können der Stadt erst auf den zweiten Blick etwas abgewinnen. Insgesamt ist sie uns zu sehr touristisch und Nepp ist an der Tagesordnung. Die Original Greece Gifts sind aus China und in allen Läden gleich. Eigentlich schade,  dass so viel Einzigartiges so zerfleddert wird. Heute kam von Franco von der SY Frösi eine WhatsApp (z.Zt. in Franzö. Guina), wir hatten vor zwei Tagen miteinander bei bester Laune wg. Tipps zum Wassermacher telefoniert, gescherzt und gelacht. Die Laune hat sich bei ihm leider schlagartig verändert: Der Blitz ist zweimal in sein  Boot geschlagen und das Boot hat sofort an zwei Stellen Feuer gefangen. Eine spätere WhatsApp erreicht uns mit der Info: Gutachter war da……Totalschaden und er wisse noch nicht wie es weiter gehen soll.

16.08. bis 19.08.2018: Auf Nisyros, einer durch Vulkantätigkeit entstanden Insel gehen wir auf Entdeckungstouren, zu Fuß und mit einem Leihwagen, um den noch immer aktiven Vulkan zu besichtigen. Richtig spannend auch unsere Autorundtour über Schlacke und Steinwege, immer am Abhang lang und mit kräftigem Gefälle und dann wieder rauf. Schaurig schön für uns Flachländer.

20.08. bis 23.08. 2018: Wir entdecken Kos als ähnlich wie Rhodos, alles nur eine Spur gefälliger und griechischer. Die Touristen sind andere und leiser. Im Stadthafen sind die Schäden des Erdbebens vom letzten Jahr noch allgegenwärtig und für uns ziemlich schaurig zu sehen, welche Gewalten dort gewirkt haben müssen.

30.08. bis 03.09.2018: weil wir soooo schönen Segelwind hatten, haben wir unsere letzte geplante Ankerbucht auf Kalymnos ausgelassen und sind bis Ormos Xirokampos an die Südküste von Leros gesegelt. Alois hat bei diesem Kreuzkurs ein wahres Glücksgefühl im Gesichtsausdruck und auch ich könnte soooo noch lange weitersegeln: einfach zu schön!!! In dieser Bucht haben die Tavernenwirte Bojen ausgelegt und wir finden eine gut gelegene gelbe Boje, die zur Taverna Aloni gehört. Die Bojen kann man kostenfrei nutzen, wenn man in diese Taverna zum Essen geht. Hier lassen wir nun unsere Reise ausklingen, essen jeden Tag aus den hervorragenden Gerichten. Z.B. Ziege mit Ofenkartoffeln als Offer of the Day, einfach perfekt. Jeden Tag fahren wir mit dem Dinghi an Land und machen lange ordentliche Wanderungen. Die Ausblicke, sogar bis zur Lakki Bucht in der unsere Winterlager Marina ist, sind einfach grandios und wir fallen immer wie Tod in die Kojen, natürlich nach dem Essen und Trinken.

Und NUN: wir sind am Reinigen, Prüfen, Testen, Waschen, Flicken, usw. Alois hat ja am Anfang schon berichtet!

 

Und jetzt ist Ende der diesjährigen Segelsaison und damit vor der nächsten. Wir haben final beschlossen, wieder gen Norden zu ziehen, der Weg dahin? Wir werden sehen!

Eure

Brigitte und Alois

Die Zora- Crew

Bilder dazu!


SY Zora….ist unterwegs

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