B E R I C H T

 über die

 Internationale Deutsche Meisterschaft in der Flying Dutchman Klasse 2007

vom 17.-20.05.07

 von

 Fabian Schweigel

Die Anreise, 16.05.07

Für mich hätte der Beginn der FD IDM eigentlich gar nicht chaotischer verlaufen können.

Als ich mich mit dem Auto am 16.05.07 auf den Weg zum Hamburger Flughafen machte, staunte ich nicht schlecht, als ich feststellen musste, dass nahezu die gesamte Autobahn zwischen Bremen und Hamburg mehr oder weniger (ehr mehr als weniger) von einem Stau geprägt war. Begeistert war ich nicht besonders, insbesondere von dem Hintergrund dass mein Flieger selbstredend nicht auf mich warten würde. Und so kam es wie es kommen musste – als ich nach meiner Odyssee auf der Autobahn endlich Hamburg erreichte, war mein Flieger bereits weg. Super! So war erst einmal eine gründliche Planänderung erforderlich. Letztendlich bekam ich noch den letzten Abendflug nach Nürnberg, fuhr von dort aus mit der S-Bahn zum Hbf Nürnberg, stieg dort in den ICE und erreichte schlussendlich den Münchner Hbf morgens um halb eins, wo Christian (mein Steuermann) mich freundlicherweise abholte und mit mir zum DSC am Ammersee fuhr, dem Austragungsort der diesjährigen IDM in der FD Klasse.

 

Der erste Wettfahrttag, 17.05.07

Nachdem es die ganze Nach durchgeregnet hatte, empfing uns der erste Tag in einem freundlichen Grau. Natürlich regnete es noch immer und Wind? – Fehlanzeige! Als in typisch bayerisch-zünftiger Manier der Präsident des DSC die IDM mit einem selbst angeschlagenen Fass Weißbier eröffnet und auch der Letzte sich eine Brezel geschnappt hatte, wurde zunächst mangels Wind Startverschiebung angeordnet.

Später scheuchte man uns doch noch aufs Wasser und schoss WF 1 ebenso schnell an, wie sie dann auch wieder abgebrochen wurde, weil auch der beste Spezialist ohne Wind nicht mehr die erforderliche Mindestgeschwindigkeit erreichen konnte. So saßen Christian und ich auf dem Boot und frohren im kontinuierlich fallenden Regen ohne uns segeltechnisch merklich von der Stelle bewegen zu können. Schließlich hatte die Regattaleitung ein Einsehen und veranlasste die Bildung von überdimensionierten Schleppzügen zum Abtransport von über 55 FDs zurück zum DSC.

Das Slippen einer solchen Anzahl an Booten auf einem Slip auf dem maximal zwei Schiffe gleichzeitig nebeneinander bewegt werden können gestaltete sich durchaus als logistischer Akt und an Land hätte ich schon fast meine durchnässte Ausrüstung abgelegt, da bekamen wir die Order uns wieder auslaufbereit zumachen. Also wieder alles retour. Boot ins Wasser und Segeln. Wenigstens bekamen wir nun WF 1 verkürzt zustande. Nach Zieleinlauf ließen Christian und ich uns es nicht nehmen auf der Rückfahrt zum DSC Spitz auf Spitz mit Spi zu segeln, besonders weil der Wind kurzzeitig mit sauberen 4 Bft. wehte (und dann auch nie wieder wehen sollte) – aber nach dem Regentag musste Spaß einfach sein.

Abends dann wurden wir Segler im Clubraum des DSC mit einem reichlichen Wurst-Schinken-Käse Buffet liebevoll umsorgt.

 

Der zweite Wettfahrttag, 18.05.07

Endlich Sonnenschein aber noch immer flau, flau, flau. Also Startverschiebung. Und was macht der gelangweilte Segler an Land? Klar, Basteln. Kurzerhand verpasste Christian seinem Schiff den gerade neu erworbenen Kohlefaserbaum inklusive neuer Großschotblöcke, während ich mich indes am Spirosystem austobte.

Dann wurde die Flotte zum Auslaufen aufgerufen. An diesem Tage bekamen wir bei weiterhin nur leichten Winden dennoch zwei WF zusammen. Der Materialunterschied im Hinblick auf den schwarzen Baum war aber leider bei dem Leichtwind kaum zu spüren; eines aber stand fest: Die Halse geht einfach fluffiger! Jedoch mangelte es uns, wie bereits am ersten Wettfahrttage noch immer an der Boatspeed an der Kreuz; auf den Raumgängen hingegen stimmte unsere Performance im Verhältnis zu anderen Schiffen.

Abends war dann stand dann ein deftiges bayerisches Grillfest auf der Agenda; schließlich wollen über 100 hungrige Segler gut versorgt sein.

 

Der dritte Wettfahrttag, 19.05.07

Wetter unverändert: Heiß, sonnig und kein Wind. Gegen Mittag setzte sich dann aber doch noch die Thermik durch, so dass wir WF 4 und 5 fahren konnten.

Wir hatten am Setup des Schiffs einiges verändert, um auf die Schwäche an der Kreuz zu reagieren. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen und stimmte uns sehr zufrieden. Zwar lässt sich durch Trimmveränderungen der größte Unsicherheitsfaktor, namentlich die Wahl der richtigen Seite, nicht beseitigen und so prägte dieser auch weiterhin die IDM, aber im Direktvergleich an der Kreuz waren wir endlich konkurrenzfähig.

Fakt ist: wir haben uns von Tag zu Tag seglerisch und bootstechnisch gesteigert, viel dazu gelernt und jede Menge Spaß gehabt.

Abends folge schließlich dass Abschlussessen: Weißwurschtsuppe, Schweinsbroaten un Apfelstrudl.

 

Der Abreisetag, 20.05.07

Nachdem das Wetter genauso begann, wie am vorherigen Tag, nämlich mit totaler Flaute, entschied sich die Wettfahrtleitung die ausgeschriebene WF 6 gar nicht mehr durchzuführen; die für die Wertung der Meisterschaft erforderliche Mindestanzahl von 5 WFn war ohnehin schon erreicht. Dies kam insbesondere den Seglern entgegen, welche einen langen Heimweg vor sich hatten, da sich die Zeit zum Verpacken der Schiffe entsprechend verlängerte.

Zuvor endete die diesjährige FD IDM aber natürlich noch offiziell mit der Siegerehrung. An dieser Stelle einen Herzlichen Glückwunsch an die neunen und hoch verdienten deutschen Meister in der FD Klasse: Helmut Löther und Michael Klawitter, denen der Titel dank überragender Leitung bereits nach 5 WFn nicht mehr zu nehmen war.

Gegen 15:00h waren Christian und ich dann mit dem Verpacken es Bootes fertig und traten bei herrlichstem Sommerwetter unsere Heimreise an.

Mein besonderer Dank gilt meinem Teamkollegen und Steuermann Christian Schäfer für die wieder einmal tolle Zusammenarbeit.

Ferner danke ich den Verantwortlichen des DSC für die perfekte Organisation der IDM und ihre herzliche Gastfreundschaft. Wir kommen gerne wieder.

Hinweis: Der offizielle Regattabericht von Peggy und Thorsten Bahr zur IDM 07 ist auf der FD Homepage zu finden (www.sailfd.de)

Osterholz-Scharmbeck, den 23.05.07

Fabian Schweigel