B E R I C H T

 über die

 Internationale Trapezregatta in der Flying Dutchman Klasse 2008

vom 11.-13.04.08

 von

 Fabian Schweigel

 

Liebe Clubkameradinnen und Clubkameraden, liebe Laserinnen und Laser ?

es ist nunmehr soweit und die Wettfahrtsaison 2008 hat begonnen. Letztes Wochenende haben Christian und ich unseren Saisonauftakt in der Flying Dutchman Klasse am Steinhuder Meer bestritten – Grund genug für mich den ersten Regattabericht des Jahres 2008 abzufassen.

Anreise:
Bereits am Freitag Abend (11.04.08) bin ich mit einem späten Zug nach Wunstorf aufgebrochen. Christian und ich hatten unsere Lektion bezüglich des Zuspätkommens in Steinhude aus dem vergangenen Jahr gelernt und wollten insoweit schon in der Nacht zum Samstag unser Boot aufbauen.
Um 21:24h ware es dann soweit und ich stieg in Wunstorf am Steinhuder Meer aus dem Zug, wo Christian mich abholen wollte. Dieser war seinerseits mit Boot im Schlepptau gegen 16:00h in Erlangen losgefahren. Nach einem kurzen Synchronisierungsanruf über unsere Handys stellte sich bald heraus, dass ich voraussichtlich noch bis 23:00h warten müsste, da es auf der Autobahn um Göttingen auf Grund von starkem Dauerregen zu Verzögerungen gekommen war. Da mir allerdings recht kalt war, und „Wunstorf by Night“ auch nicht gerade eine Reiseziel ist, welches man sich unbedingt mal genauer ansehen sollte (wären hier nicht so viele Leser, hätte ich mich an dieser Stelle auch anders ausgedrückt), entschloss ich zwecks Zeittotschlagung eine der absoluten Sehenswürdigkeiten von Wunstorf zu besuchen – das Spielcasino neben dem Bahnsteig! NEIN nicht das, was Ihr jetzt alle denkt. Ich habe nicht rumgezockt, lediglich ganz konservativ und risikofrei im Internet gesurft, jedenfalls bis ich schlussendlich um 23:00h das Casino „abschließen“ und zu Christian in den Bus steigen durfte.
Nach kurzweiliger Fahrt zum Hannoverschen Yachtclub (HYC) e.v. beschlossen wird uns trotz ausklingendem Tag doch noch sportlich zu betätigen und unser Boot aufzubauen. Erstaunlicherweise wurden wir damit bereits nach weniger als 50 Minuten komplett fertig, obschon wir uns nach eigener Einschätzung ehr als gemütlich eingestuft hätten. Respekt oder!?
Danach war nur noch Schlafen angesagt, schließlich mussten wir am Folgetag um 06:30h aufstehen.

Erster Wettfahrttag, 12.04.08:
Nach einem wirklich gemütlich und ausdehnten Frühstück waren wir genau eine Stunde vor Ankündigung zur 1. WF auslaufbereit und konnten uns entspannt einsegeln. Leider war es sehr kalt. Zwar schien größtenteils die Sonne, aber die gegenwärtigen Temperaturen des Wasser des Steinhuder Meeres vermochten dies bestens zu relativieren. So war bei jeder Welle die ehrlich eiskalte Dusche vorprogrammiert – und Wellen gab jede Menge bei den teilweise strammen 4 Bft. aus West.
Der Start zur 1. WF verlief dann alles andere als normal: 1. Startversuch -> Gesamtrückruf, 2. Startversuch -> Gesamtrückruf, dann endlich 3. Startversuch zur 1. WF mit Black Flag (natürlich durfte zwischen den Startversuchen munter weiter gefroren werden, da die Wettfahrtleitung offenbar die Ruhe weg hatte).
Nachdem die 1. WF bootstechnisch noch recht holperig für uns lief, sollte es nun besser werden. Die Stimmung dafür hätte auch absolut gestimmt, wenn da nicht…..richtig, Wettfahrtleitung gewesen wäre. Naiverweise nahm man offensichtlich an ohne Black Flag starten zu können, was abermals zu gleich 2 weiteren Gesamtrückrufen führte. Dennoch erzielten wir in diesem Lauf mit einem 19. Rang von 38 Schiffen unser bestes Einlaufergebnis dieser Wettfahrtserie.
Nach abermals LAAAAAAAANGEM Warten entschied sich dann der Wettfahrtleiter für einen Dritten Lauf, nachdem es, jedenfalls meinerseits, durchgefroren nach Hause ging. Noch nie habe ich eine solche Behäbigkeit bei einer Wettfahrtserie erlebt. Die ganze Veranstaltung hätte man auch um mindestens 90 Minuten abkürzen können und mal im Ernst; es dürfte eigentlich nicht sein, dass 7 Mal gestartet wird, um schlappe 3 Wettfahrten durchzuführen.
Zwar ist mir bis zum Einschlafen nicht mehr richtig warm geworden, aber wenigstens ist am Boot alles ganz geblieben. Anders erging unseren niederländischen Freunden Fred und Caspar (FD NED 5). Ein anderes Schiff hatte es fertig gebracht ausweichpflichtig und durch extreme Lage mit dem Masttop das Großsegel von Fred auf mehreren Metern aufzuschlitzen. Am Ende stand dann leider noch eine Protestverhandlung mit erwartet klarem Ausgang.
Nachdem wir den Abend in einem kleinen italienischen Restaurant in Steinhude mit einem wirklich empfehlenswerten und leckeren Salat haben ausklingen lassen, gings ab in die Betten.

Zweiter Wettfahrttag und Rückreise, 13.04.08:
Dicker angezogen und mit weniger Einsegelzeit als am Vortag liefen wir aus dem HYC aus. Nach zwei wirklich netten Läufen (und vor allem normalen Starts!) hatte sich der Himmel endlich so weit zugezogen, dass pünktlich zum Einlaufen der Abbauregen einsetzte. Zum Glück war er nicht von allzu langer Dauer, so dass man nach der Siegerehrung auch wieder ohne Kapuze nach draußen gehen konnte.
Obligatorische Gewinner der Trapezregatta 2008 wurden die Dauer FD Weltmeister und Ex- Olympiasieger Jacob und Jörgen Bojsen-Möller (FD DEN 21) mit den Plätzen 1, 1 ,1 und 2 (letzterer eher ein Ausrutscher).
Wie bestellt, verließ unsere Rückreise unter vollem Sonnenschein.


Fabian Schweigel
Osterholz-Scharmbeck, den 17.04.08