Moin Moin liebe SCH -  ler,

und besonders natürlich du, Ingo und Anja, Reinhold und Ingrid, Günther und Monika,

ein nächstes, schönes Etappenziel ist erreicht und ein Teil der Hafentage soll natürlich der weiteren Informationen zu Gute kommen!

Es geht uns heute saumäßig gut! Gestern in Riga angekommen, schön geschlafen und bereits den ersten Stadtbummel gemacht. Riga ist eine fantastische Stadt und wir freuen uns schon sehr auf den längeren Aufenthalt. Wir haben Sonne pur bei 19Grad. Bei den Letten muss das schon Hochsommer sein, die laufen schon Oberkörper oder Bauchnabel frei herum! Eine Freude für das männliche Auge J,  

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Reiseverlauf:

Nach Danzig geht es weiter über Hel (noch Polen), Klaipeda, Liepaja, Pavilosta, Ventspils, Roja und nun in Riga im Yachthafen Andrejosta. Fast mitten in der Altstadt gelegen.

Seglerisch:

Überwiegend gut. Leider etliche Zeit zu motoren da nur schwachwindig und das auch noch gegen an! L Immerhin: von 315 NM wurden 217 NM gesegelt. Besonders seltsame Windverhältnisse hatten wir bei der Umrundung von Kolka, nördlichste Spitze von Lettland. Von Ventspils fast bis zum Kap einen Anlieger bei 3-4Bft dann urplötzlich genau von Vorn für ca. 16Nm und nach dem Einbiegen in die Rigaer Bucht wechselnde Winde im ½ Stunden Rhythmus für ca. 3 Std. Natürlich permanent ändernde Windstärken von 1und 2 bis 5/6 in Böen bis 7 BFT. Die Änderungen von jetzt auf gleich.  Uff, segeln könnte so schön sein!!! Reff rein, Reff raus, Fieren, dicht holen, Traveller nach Luv und Lee.  Na…. Und da soll man nicht abnehmen?

Gesamte Seemeilen bisher 1165, unter Segeln davon 755, unter Motor 410 und davon wieder ca. 50 im NOK

 

Navigatorisch:

Nachtsegelreise nach Klaipeda, so eine dunkle Nacht habe ich  noch nicht erlebt. Keine Farbunterschiede Himmel oder Wasser. Wo ist was, die große Frage. Fischer aus dem Nichts….ohne Licht natürlich! L L.  Das AIS bewährt sich, ich kann z.B. die Deutschland ausmachen, wie sie in Klaipeda einläuft. Am Morgen sehen wir sie dann in Natura am „Lustfahrerschiffsanleger!“ Unterwegs, außerhalb der russischen 12Meilen Zone: Überraschung! Aus dem Nichts zwei rostige Irgendetwas!? Keine Eintragungen in der neuesten Papierseekarte und ebenfalls nicht in der elektronischen Karte. (später erfuhren wir: Das sind Überreste von alten russischen Ölplattformen und kann ja mal passieren, dass etwas vergessen wird! Wir haben in diesem Fall wirklich Glück gehabt, dass wir diesen Teil der russischen Küste am Tage passiert haben, ich hatte meinen Kurs direkt darüber gelegt! Danke an alle Götter!!!

Und mal wieder die Rigaer Bucht, Magnetische Abweichungen von 5,5° , sogar die elektronische Seekarte spinnt! Eine Standortbestimmung war jedoch notwendig, der Hafen Roja hat nur eine schmale Einfahrt und Untiefen neben dem Fahrwasser. Einfahrt nur nach genauem Kompasskurs. Hat geklappt, nur der anvisierte Liegeplatz wollte nicht zu uns passen. Zu wenig Tiefgang.  Also festmachen an einem alten Fischer…kahn!

 

Aus Brigittes Bordtagebuch einige Notizen:

         10.05.12 Industriehafen, viel Fliegen, dreckiges Wasser mit Öl, Plastik, Dosen, Brühe, etc. für WC Schlüssel (nicht als Pfand) sollen wir 7 Ztl. zahlen. Da haben wir Ihnen schön was gesch….

          12.05.12 Alois hat seine Depriphase, wg. der dauernden Kälte und muss wg. seiner kalten Füße dauernd Pipi! L Nicht nur deshalb, hat er doch in seinem notorischen Übermut alle netten Menschen mit seiner Schiffsmeldung beglücken wollen und mal eben knapp 400€ verbraten. Er schimpft mit sich selbst! Der Skipper vom DHH Ausbildungsschiff „Seeadler“ kommt zu uns und verabschiedet sich. (Wir liefen in die Häfen ein und sie fast immer zum gleichen Zeitpunkt aus.)

        14.05.12 Das letzte polnische Geld in Räucherfisch und Trinkgeld angelegt. Die Seeadler kommt mit neuer Crew und richtet Grüße vom letzten Skipper aus! Nett, so was!

          15./16.05.2012 …hatten einen tollen Sonnenuntergang auf dem Wasser erlebt, bei dem die Sonne zuerst aus einer geschlossenen Wolkendecke herausfiel, in einer weiteren Wolkendecke verschwand, aus der sie wieder herausfiel, um dann ins Wasser zu rutschen. Alois  nutzte die lange Zeit um den Wassermacher auszuprobieren. Es klappte auf Anhieb gut, ging schnell und das Wasser schmeckt wirklich gut.

          ……am Ende der Nacht hatten wir einen kleinen, geschwächten Vogel an Bord, setzte sich aufs Vorschiff und später war er im Segelkleid, um mitzureisen.

          Wir sind das einzige Gastschiff im Old Castel Port Klaipeda!!!

-          17.05.12 Hafentag Klaipeda, eine gute Entscheidung. Ein Ort voller Widersprüche, protzige Bauten neben verfallenden Plattenbauten aus Sowjetzeiten. Kaum Reklameschilder, Geschäfte im Dunkeln. Frisches Obst und Gemüse an jeder Ecke in bester Qualität!

          18.05.12 Und es passiert, was noch nie gewesen ist: ich werde seekrank- so richtig, den ganzen Tag geht es mir schlecht. (Erklärung Alois: Abends haben wir ein uns unbekanntes Fleisch gegessen, fett und seltsam! Die Ausfahrt aus Klaipeda hatte hohe Wellen, ca. 2 Mtr.,in ziemlich kurzen Abständen und es war eine chaotische See! Alois hat Fehler gemacht und hätte die Segel man ruhig im Vorhafen setzen sollen! Ich schäme mich! Der Vorteil ist jetzt: Brigitte weiß nun wie ich mich manchmal fühle!) Angekommen in Liepaja: Alois ersteht eine SIM Karte aus Lettland um den Roamingkosten zu entgehen.  Alois ist in Schweiß gebadet bis es mit der Installation klappt. Hurra!

          19.05.12 Spiegelglattes Wasser und Selbststeueranlage. Direkt Voraus: Was ist das? Alois meinte Stellnetze von Fischern. Und plötzlich tauchten Flossen auf. Da waren Taucher vor uns im Wasser ca. 30 an der Zahl.  Wir passieren in großem Abstand und direkt hinter uns taucht in unserem Fahrwasser einer auf und guckt uns nach! Uns wurde ganz anders.

          20.05.12 Die Sonne lacht. Alois macht seinen ersten Schleppangelversuch.  Rolle dreht sich fast bis zum Ende, unbemerkt ab. Keinen Fisch gefangen, Alois schwitzt, muss schließlich das ganze „Garn“ wieder holen! Hat bestimmt ½ Kilo gekostet. 

         21.05.12 wieder mal um o6.oo Uhr aufstehen, sparen das Hafengeld, kein Hafenmeister, keine Sanitäranlagen

-          22.05.12 Entschädigung für einige nicht so schöne Segeltage. Segeln de Luxe. Wind sehr gleichmäßig mit 13KN bei 60° Windeinfallswinkel. So werden von 56 Meilen fast genau 50 Meilen auf einem Bug, mit einem Kurs gesegelt. Angekommen in Riga, fein, morgen gibt es ein Sektfrühstück

Bilder dazu.

Viele liebe Grüße

Brigitte und Alois

 

Zora ………….ist unterwegs

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