Moin Moin liebe SCH-ler

nun die letzte Meldung! Leider  immer noch ohne Fotos, die Reparatur des Laptops wird wohl noch eine Zeit brauchen, und bis Weihnachten soll es ja auch nicht mehr dauern mit unserem Abschlussbericht! Ein großes Danke an alle, die uns auf der Reise virtuell begleitet haben und uns mit Ihren Antworten sehr zum Lachen gebracht haben.

 

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Reiseverlauf:

Nach Agersö weiter in kleinen Etappen (zum „Abtrainieren“) nach Lundeborg, Svendborg, Aerosköbing, Marstal, Kiel/Laboe, Rendsburg/Büdelsdorf, Brunsbüttel, Cuxhaven, Helgoland, Bremerhaven und dann zu unserem Ausgangshafen in der Lesum, Bootswerft Winkler

Seglerisch:

Hier gab es mal nichts Besonderes. Außer, aber das ist wirklich nicht spektakulär:  dass wir die Etappe von Aerosköbing nach Marstal, immerhin 12NM, mit satten 6 Stunden Segelzeit erreichen konnten. Naja, bei 4 bis 6 Knoten Wind ist man bei etwas Gegenströmung eben nicht so schnell. Diese Reise stellte mich auf eine große Geduldsprobe aber auch das Rentnersein mit viel Zeit will geprobt werden.

Navigatorisch:

Wir segelten sehr viel nach Tonnen und Sicht und Probleme hatten wir damit nicht so richtig! J

Gesamte Seemeilen unserer Ostseerunde 3627, unter Segeln davon 2048, unter Motor 1579 und davon zwangsweise ca. 100 im NOK

 

Aus Brigittes Bordtagebuch einige Notizen:

29.08.2012 Lundeborg, hier ist es passiert mit meiner Bandscheibe vor einem Jahr! Diesmal war alles gut, schöner Liegeplatz Sonne im Cockpit bis zum Dunkelwerden.

30.08.2012 Svendborg, eine kurze Strecke unter Segeln. Wir liegen mitten in der Stadt, laut! Auf der einen Seite eine arbeitende Werft auf der anderen Seite eine große, vielbefahrene Straße. Eigentlich wollten wir noch ein bisschen „Urlaub“ machen, das haben wir gecancelt!

31.08.2012 Aerosköbing, ein anderer Schnack: schöner Hafen, niedlicher Ort. Auch hier ist die Saison schon vorbei, der Hafen ist nicht mehr sehr belebt. Und der Ort, das merkt man erst auf den 2.ten Blick, stirbt langsam aus- fast 50% Leerstand. Die Fassaden, alle schön gemalt, täuschen noch darüber hinweg. Ein alter Mann, mit dem wir ins Gespräch kamen, klagt, dass nur noch die Alten bleiben, die jungen Menschen gehen weg.

01./02.09.2012 Hafentage. Wochenende, die Dänen machen noch mal einen Segelausflug und der Hafen ist noch einmal voll und lebt. Wir machen lange Spaziergänge durch Naturwanderwege und genießen die Sicht und das tolle Wetter. Wie würde Dirk sagen? natürlich: Stinkzufrieden

03./04.09.2012 Marstal……hat sich entwickelt. Fußgängerzone neu mit kleinen Geschäften und Lokalen. Nur der Friseur für Alois……hatte keine Zeit!

05.09.2012 Reise nach Laboe, Alois zeigt sein Lachen im Gesicht! 30 NM in knapp 4 Stunden. Gischt übers Deck, wir „jagen dahin!“

06.09.2012 Hafentag in Laboe. Wir genießen, Frühstück im Cockpit, Spaziergänge und frischen Räucherfisch. Ein letztes Mal Haare färben auf dieser Reise. Alois hat es im Rücken und wir kaufen ein Wärmepflaster (wird er nun auch alt?). Die Haare sind wieder mal ab. Der Friseur hat sich lediglich geweigert auf 1mm zu schneiden, 3mm sollten dann doch noch bleiben. Alois hat zugestimmt, konnte sich nicht durchsetzen.

07.09. 2012 Nord-Ostseekanal: was hatten wir für Horrorgeschichten gehört. Die Sportbootschleusen sind zur Zeit defekt und alles muss durch die großen Seeschleusen. Sportboote und Seeschiffe gemeinsam und teilweise Wartezeiten von 4 Stunden sind vorgekommen. Und wir? Alois bittet um Schleusung per Funk! Antwort: Es geht gleich ein Seeschiff raus und kommt sofort, bei weißem Licht,  rein! Soooo schnell waren wir noch nie durch die Kieler Schleusen durch! Fantastisch! Eine feuchte Weiterreise, mit Regen, viel Regen, war wohl wahrscheinlich der Preis dafür?

08.09.2012 Büdelsdorf, Weiterfahrt am Morgen nach Brunsbüttel…. Gleich 3 rot, also Sperrung für alle Fahrzeuge. Das geht ja gut los! Im Laufe des Tages wird der Hafen voll, es gibt ein kleines Fest im Hafengelände und wir gehen tanzen unter freiem Himmel! Das hatte was!

09.09.2012 Cuxhaven: Primasegeln bei sommerlichen Temperaturen.

10.09.2012 Ablegen zum Törn nach Helgoland, bei gutem Wind Segeln, unterwegs Gailwarning, wir reffen und weiter geht’s mit ordentlich Fahrt und Welle. Macht nichts, wir wollen uns ja einwehen lassen und die angesagten 4,8o Meter Wellen ansehen. Unterwegs werden wir Zeugen einer Seebestattung, im vorbeisegeln dippen wir unsere Nationale und sind sehr ergriffen.

11.09./12.09.2012 Hafentage auf Helgoland bei durchwachsenem Wetter. Die Wetterprognosen werden immer ungünstiger, der Starkwind soll später kommen und wir mussten „befürchten“ länger als 1 Woche nicht auslaufen zu können. Was auch nervig war, waren die Bombenalarme. Bei Bauarbeiten im Hafengelände wurden ständig Bomben gefunden, die entschärft werden müssen. Jedes Mal wurde der gesamte Hafen evakuiert und alle Boote mussten verlassen werden. Lästig! Beim Spaziergang entdeckte ich eine Windhose. Wir schauten gerade aufs Wasser, die Wolke öffnete sich und der Rüssel ging langsam Richtung Wasseroberfläche, zog sich aber wieder zurück, bevor er das Wasser erreichte. Ich konnte aber das Wasser aufwirbeln sehen, beindruckend.

13.09. – 18.09.2012 bei LK Welle (erinnert Ihr Euch?) Richtung Bremerhaven, erst unter Maschine und ab den Türmen mit Rausche Fahrt weiter nach Bremerhaven.  Wir sind fast wieder zurück, morgen gibt es ein Sektfrühstück. Petra und Heiko kommen an Bord zum Scampi – Essen. (Danke euch für das Einhüten der Wohnung, das Auto bewegen, Post zusenden und, und, und…..) Mit Leonore und Hans- Karl ein gemeinsames Sonntagsfrühstück mit all den Resten! Und dann kam das, was wir immer schon mal machen wollten: Klimahaus und Schifffahrtsmuseum.

19.09.2012 Heute ist definitiv die letzte Etappe der ersten Rentnerreise, zurück nach Haus, auch wenn unser Zuhause für ein fast halbes Jahr unser Boot war.  Ausschleusen, Segel hoch und ab mit Kreuzen, später Reffen und Segeln hoch am Wind. Segel in der Lesum runter und anlegen. Toller Empfang von Manfred, Katja und Frederike. (Danke Euch!)

 

Nachbetrachtung: Wir hatten eine sehr schöne Zeit voller vieler neuer Eindrücke und Erlebnissen. Wir haben genossen, gekämpft, intensiv gelebt und etliches an Unterstützung von vielen fremden Menschen erfahren. Nichts von allem möchten wir missen!

 

Unsere Schiffsmeldungen schließen wir mit einem Satz von unserem Freund Hans (Ihr wisst schon, der von der Werft): ist doch toll, ihr habt eine so schöne, lange Reise gemacht, Schiff ist heil geblieben, ihr seid gesund geblieben – und ……ihr seid noch zusammen.

 Die letzten Bilder der Reise.

In diesem Sinne

Tschüss und viele Grüße

Brigitte und Alois

 
Zora ………….ist unterwegs

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