Liebe Segelfreunde,

auch heute müsst Ihr immer noch ohne Bilder auskommen. Leider sogar bis wir wieder in Bremen sind. Deeeer Laptop…….wird in Schweden nicht repariert werden können. Unflexibel diese schwedischen EDV Menschen. Liegt wohl am System. Also kein Bilder auslesen möglich, keine Reduzierung für den Versand! Also lasst euch lediglich vom Text einfangen! Ist ja nicht so schlimm, früher gab es auch nur Rauchzeichen und dass wir nun nicht wissen wie unser Konto steht, empfinden wir auch nicht so übel. Endlich mal keine Kurs- bzw.…  Kontostand Entwicklungen sehen…..ich finde das zum Leidwesen von Brigitte schwer in Ordnung!

Liebe Grüße, Alois als leidgeplagter nichtwissender EDV Segler und Brigitte, als vorübergehend nichtwissende Finanzverwaltungs-Seglerin!

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Reiseverlauf:

Nach Sundsvill geht’s nun nach Mellanfjärden, Storhamn auf Agön, Axmar Brygga, Huseliiharen, Öregrund, Graddö, Furusund, Grinda, Vaxholm und nun sind wir in Navishamn, fast  im Herzen von Stockholm.

Seglerisch:

Hier gab es etliche Highlights. Häufig wurden die Segel direkt nach dem Ablegen gesetzt und kurz vor dem Hafen oder dem Ankergrund heruntergenommen. Ein besonders schönes Segeln war mit Paul (Sohn von Hans und Birte, von Furusund bis Grinda). Brigitte hat die Hände faul in den Schoß gelegt und Paul hat geackert. Auch ich hatte nur die Hälfte zu tun, denn Paul war für das Großsegel allein zuständig. Ganz schön anstrengend wenn die Winde immer um die Huck kommen und ziemlich böig sind. Ich war es zufrieden.

Navigatorisch:

Keine Probleme! Die möglichen Anlaufstellen sind in immer kürzeren Distanzen möglich und ebenso die mannigfaltigen Ankerbuchten bieten für jede Wetterlage fantastische Möglichkeiten.

Gesamte Seemeilen bisher 2668, unter Segeln davon 1431, unter Motor 1237 und davon wieder ca. 50 im NOK

Aus Brigittes Bordtagebuch einige Notizen:

16.+ 17.7.2012 Es hatte bereits nachts angefangen zu regnen. Nur wenige liefen aus und zu denen gehörten wir. Guter Segelwind und die Richtung stimmt, wenn es denn nur nicht so kalt und soooo nass wäre. Es regnete fast die gesamte Strecke. Alois sagt: Gott sei Dank kein Salzwasser abspülen nötig!!! In Sundsvill viele freie Plätze und eine schöne Stadt! Ein Hafentag mit waschen einkaufen und Stadtbummel und Alois hat Muße für eine weitere „Schiffsmeldung“!

18.7.2012  Frühes ablegen und ein tolles Frühstück unterwegs, bei feinstem raumen Segelwind mit 2-3BFT.  Wir haben unendlich viel Zeit und gleiten so dahin, genießen die Stille, Luft und alles. Mellanfjörden: Ein Hafen wie im Bilderbuch. Rolf würde sagen: so stellst du dir Schweden vor. Fischrestaurant, ein Hotel, Kunstgewerbeladen, eine Fishbutik! Viele Schweden auf Hafenbummel! Endlich Sommer! Später kamen auch noch die Schweizer, sie hatten uns schon auf dem AIS gesehen und freuten sich uns wieder zusehen! Ein buntes Treiben bis spät in die Nacht, zumal es schönes Wetter blieb und warm war! Wunderbar!

19.7.2012 Wir gehen los, ohne Strampelhosen und fleecegefütterte Jacken. Die Sonne scheint vom strahlend blauen Himmel, es ist warm- aber kein Wind. Alois macht ein anfänglich paar kärgliche Versuche. Später wieder ein wenig Wind mit Kurs auf einen Naturhafen, offen nach Süd und der Wind nimmt zu…..aus Süd kommend! Wir machten uns schon auf das weitergehen gefasst, wollten aber in die Bucht mal reinschauen. Ein idyllischer Hafen, nur ein Ausleger an den mit Heckanker anzulegen war.  Wir legten uns zu einem Schotten der bereits seit 4 Jahren unterwegs war und der gesamte Steg füllte sich bis zum Abend. Die „Avgift“ betrug 20 Kronen und war in einen Kasten zu werfen! In diesen Kosten war die Nutzung des Trocken WC,S und Sauna (mit Holz anzufeuern) inbegriffen. EIN GANZ BESONDERS SCHÖNES FLECKCHEN ERDE.

20.7.2012 Nachts hat es ganz schön gepfiffen, aber zum Glück auf Nord gedreht.  Ablegen unter viel Schweiß von Alois den Anker aus dem Mudd geholt, Segel gesetzt, ordentlich Wind und fast 40 NM gesegelt. Axmar Brygge mit einer fantastischen Anfahrt, kniffelig und aufregend. Es lag bereits die schon sehr häufig getroffene Faurby im Hafen, die mal wieder nicht gesegelt hatte: weil der Wind raum war und die Welle kurz. Wir wussten ja bereits aus früheren Erzählungen da läuft ihr Schiff nicht! (HaHaHa)Nach einem Spaziergang durch den Ort (alte Eisenhütte und ein alter Schlossgarten) gingen wir Essen, Fisch vom Feinsten. Die Schweden vom Boot neben uns fragten, ob sie sich zu uns setzen dürften und es wurde ein netter, lustiger Abend. Ein wenig deutsch, Englisch und Alois mit seinem Pidgininglish!

21.7.2012 Wieder Sonnenschein, blauer Himmel, Wind aus NW: wir legten ab und frühstückten mal wieder während der Reise, erst mal die Segel hoch. Es war richtig so, gegen Mittag schläft der Wind oft ein, so auch heute ein Rückgang auf 2-3 KN. Wir werden Rentner und segeln langsam weiter. Dann die Überraschung: da lag die Camoghè III im Hafen. Damit hatten wir nun nicht gerechnet. Rolf ist seit 5 Tagen hier und wienert das Boot, Stefanie (seine Frau) kommt mit Freunden für die nächsten 14 Tage. Wir essen gemeinsam Abendbrot!

22.7.2012 Morgens sommerlich, gefrühstückt im Cockpit: Urlaub! Zeitmillionäre!!! Mit dem Bus in die Stadt, eingekauft und zurück. Wetter wird schlechter. Morgen soll es regnen……dann werden wir nicht weitergehen!

23.7.2012 …..und tatsächlich: es regnet, wir legen uns wieder hin und schlafen bis ½ 1o Uhr. Ein Lesetag!

24.7.2012  genau um o7.oo Uhr ablegen bei Wind aus der richtigen Richtung. 46NM in 7 Stunden! Da lachte Alois` Herz! Der Ort schon von weitem als schön auszumachen und wir werden nicht enttäuscht. Viele nette lachende Menschen! Offene Urlaubsgesichter, Sonne!!!! Nach und nach füllt sich der Hafen und es kommen auch etliche „alte“ Bekannte.

25.7.2012  Hafentag! Super! Wir haben ja Zeit und nun auch langsam die Ruhe!

26.7.2012 Wind mit 5BFT aber grau. Früh hoch, Regensachen an und wir sausen mit teilweise 10KN auf der Welle die  recht hoch ist. Graddö, Sauna und ich mache Gebrauch davon! Abends rief Hans an: er habe gerade gesehen, dass wir in Öregrund waren. Seine Eltern sind in ihrem Sommerhaus in Furusund und Paul ist zu Besuch bei Ihnen. Wir sollten unbedingt vorbeifahren und gibt Tipps zum besten Anleger!

27.7.2012 Es gab guten Segelwind und wir waren bereits mittags dort. Die Camoghè III lag bereits dort und Rolf wollte beim Anlegen helfen. Klappte aber nicht: Paul war wie der Blitz zur Stelle und nahm die Leinen an! Seine Großmutter kam bald danach und lud uns ein. Es wurde ein ganzer Tag mit den Großeltern Stützle und Paul: wir bekamen eine tolle Inselführung, ein Mittagessen, Baden (Paul und Alois bei flotten 19° ? jedenfalls gefühlte 14°) Beeren pflücken, ein Abendessen und viel Informationen und ein tolles Gespräch. Am Abend waren wir sehr erschöpft aber sehr zufrieden. Nachdem Paul mitsegeln wollte und alles geklärt war: morgen um o9.20 an Bord mit einer Übernachtung!

28.7.2012 Paul an Bord, ablegen, Segel hoch und los. Wir mussten hoch ran und Paul hatte ordentlich zu tun. Der Hafen Grinda war zum Brechen voll und wir gingen in der Bucht davor vor Anker.  Unser Anker hielt erst nach dem dritten Versuch und Alois war anfangs unruhig. Mit uns lagen noch weitere Boote vor Anker! Alois guckte verdutzt: Die schmeißen den Anker, einfach so, ohne Vorlauf und ohne zu wissen wie viel „Kette“ „Leine“ denn nun draußen ist. Wir badeten alle. Paul hielt es am längsten aus und schlief vor Erschöpfung einfach ein. Pauls Angelversuche endeten nicht im Fischgemetzel! Morgens drehte der Wind, es briste auf und wir beide sofort wach! Richtig so, die Anker von drei anderen Booten slippten und einer trieb über unsere Ankerkette! Auf Grund des Anrufens von Alois wurde der Mann wach! Und wie!!! Und Paul???? Schlief. Wir verlegten etwas, da bei unserer Kettenlänge der Abstand zum Ufer etwas zu gering war (fanden wir) und verlegten uns neu vor Anker. Bei Sonnenschein frühstückten wir um 06.oo im Cockpit!

     29.7.2012 Anker auf, nachdem Paul gefrühstückt hatte und wir sind motorenderweise nach Waxholm. Wir hatten alle keine Lust zu kreuzen! Das motoren war aber auch langweilig! Paul fuhr mit der Fähre zurück zu seinen    
     Großeltern. Schade! Abends Gewitter und Regen, so konnte ich mir die Haare färben ohne aufzufallen: Kapuze über und ab in die Dusche.

    30.7.2012  Da in Stockholm die Sonne scheinen soll und es in Waxholm regnen soll……entscheiden wir abzulegen: Tatsächlich Sonnenschein, Wind von vorn und wir kreuzen auf Grund der kurzen Distanz. Rolf hatte Navishamn empfohlen und wir nehmen den Tipp  gerne an. Es gefällt uns schon bei der Anfahrt und wir freuen uns auf Stockholm. (wir haben ja auch noch die vielen Tipps von Frau Stützle sen. im Kopf).

    31.7. bis 5.8.2012 Hafentage in Stockholm. Über unseren Versuch den Laptop reparieren zu lassen verlieren wir kein Wort! Was für eine gute Entscheidung uns Zeit zu lassen in Stockholm: eine wunderschöne Stadt mit einem besonderen Flair. Dank Frau Stützle sen. konnten wir schon gezielt besondere Orte besuchen. Uns macht es besondere Freude die Stadt zu erlaufen!  Wir gönnen uns Hopp off- Hopp on. (Anmerkung Alois: es würde den Rahmen sprengen diese Stadt beschreiben zu wollen. Ich glaube bald, es ist nicht    möglich so vielfältig und spannend sind unsere Eindrücke. Wir werden wohl wieder kommen!) So nun noch etwas putzen und uns auf unsere Freunde aus Bremerhaven freuen. Leonore und Hans- Karl kommen am Sonntag an Bord und gehen mit uns eine Zeitlang   
Richtung Süden!




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